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Systemfehler – Wenn Inge tanzt

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Vor Kurzem hatte ich das dringende Bedürfnis nach ein wenig einfacher Zerstreuung. Ich muss dazusagen, dass ich gerade sehr tief in meiner Bachelorarbeit stecke und mir abends dann gerne mal die Folge einer Serie ansehe, fast noch lieber als zu lesen. An diesem einen Tag hatte ich aber recht wenig Lust auf meine aktuelle Serie, "Bates Motel", und dachte mir, ich würde viel lieber eine Komödie anschauen – ja, ich gebe zu, ich hatte Lust auf eine Rom Com –, nicht unbedingt einen düsteren Pschothriller. Also hab ich meine Watchlist auf Amazon durchgestöbert und "Systemfehler – Wenn Inge tanzt" gefunden, ein Film, der sich vielversprechend nach einfach nur Abschalten anhört und von dem ich wusste, dass eine Freundin ihn ziemlich gut fand.
Tja. Den Zweck mich ein bisschen mit seiner leichten Unterhaltung abzulenken, hat der deutsche Film auf jeden Fall erfüllt. Ansonsten...joa...eher nein^^
Ich möchte damit nicht sagen, dass der Film grausig ist oder so. Nein, er ist ganz in Ordnung – erfüllt aber so ziemlich jedes Klischee, das sich zu erfüllen anbietet.
Um was es geht? Max ist mit seiner Band "Systemfehler" – und besonders seinem Song "Wenn Inge tanzt" – erfolgreich, hofft allerdings noch auf einen Plattenvertrag. Als sich ihm die Chance bietet, sagt er auch sofort zu. Nur zu blöd, dass Gitarrist Joscha sich beide Hände bricht und die Chance damit gefährdet. Als sie kurzfristig einen passenden Ersatz für Joscha suchen, fällt ihre Wahl auf Inge. Die Inge, auf die sich der Song "Wenn Inge tanzt" bezieht und zwar nicht unbedingt im guten Sinne. Und die sich nicht nur weigert, den erfolgreichsten Song der Band zu spielen, sondern auch immer wieder mit Max aneinandergerät.
Tja, wenn man sich nicht denken kann, wie diese Geschichte endet, dann weiß ich auch nicht... Dabei fand ich de Film anfangs noch ganz vielversprechend, er wirkte da noch nicht ganz so typisch und kitschig und die Musik hat mir doch ganz gut gefallen, hat mich an "Groupies bleiben nicht zum Frühstück" erinnert und der Film hat mich ja schließlich überzeugen können. Hier...ändert sich das irgendwie nach etwa der Hälfte und dann ist man voll im Klischee abgetaucht. Ich fand ja schon vorher schlimm, wie die Stereotype des coolen, aber doch verletzlichen Bad Boys (der noch dazu Leadsänger einer Band ist) und des Mauerblümchens, das eigentlich gar nicht so Mauerblümchen ist, bedient wurden, aber das Ende hat den Vogel einfach abgeschossen, indem so ziemlich jeder Satz vorhersehbar wurde und der Film vor Kitsch nur so troff. Am schlimmsten war jedoch, dass der Film durch die Wendungen für das Über-Happy-End unlogisch wurde, die Charaktere sich teils um 180 Grad wendeten und ich nur noch da saß und mich am liebsten verbuddelt hätte. Nein, das war wirklich nicht mehr schön anzuschauen.
Zu den Schauspielern muss ich auch kurz etwas sagen. An sich alles okay, alle waren passable bis gute Schauspieler, kein Ding. Aber sie sind so alt! Ich hab mal nachgesehen und sie alle (also die Protagonisten) sind schon über 30. Gut, der Film ist von 2013, aber dann waren die da auch schon mindestens (!) Mitte 20, teils sogar schon 30. Viel zu viel, sorry, vor allem weil man es den meisten einfach ansieht, dass sie schon seit über zehn Jahren aus der Schule draußen sind, ganz im Gegensatz zu ihren Figuren, die eben noch in die Schule gehen!
Aber wie schon gesagt, ich will den Film eigentlich gar nicht so sehr runtermachen. Er war in okay, die erste Hälfte hat mir sogar ganz gut gefallen, mich zum Lachen gebracht und die Aufgabe, mich ein bisschen fröhlich abzulenken, ganz gut erfüllt. Und wer gerne Rom Coms schaut, ist mit "Systemfehler – Wenn Inge tanzt" gut beraten. Solange man nicht allzu viel gegen Klischees und Kitsch hat, denn davon gab es meiner Meinung nach gegen Ende einen absoluten Overload.

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