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https://images-na.ssl-images-amazon.com/images /I/41O3M07O7sL._SX346_BO1,204,203,200_. jpgAutor: Suzanne Collins |
Verlag: Oetinger Verlag
Seiten: 604
Erscheinungsdatum: 19. Mai 2020
weitere Bücher des Autors:
Gregor (Gregor und die graue Prophezeiung, Gregor und der Schlüssel zur Macht, Gregor und der Spiegel der Wahrheit, Gregor und der Fluch des Unterlandes, Gregor und das Schwert des Kriegers), Die Tribute von Panem (Tödliche Spiele, Gefährliche Liebe, Flammender Zorn, Das Lied von Vogel und Schlange)
Klappentext
Ehrgeiz treibt ihn an. Rivalität beflügelt ihn. Aber Macht hat ihren Preis. Es ist der Morgen der Ernte der zehnten Hungerspiele. Im Kapitol macht sich der 18-jährige Coriolanus Snow bereit, als Mentor bei den Hungerspielen zu Ruhm und Ehre zu gelangen. Die einst mächtige Familie Snow durchlebt schwere Zeiten und ihr Schicksal hängt davon ab, ob es Coriolanus gelingt, seine Konkurrenten zu übertrumpfen und auszustechen und Mentor des siegreichen Tributs zu werden. Die Chancen stehen jedoch schlecht. Er hat die demütigende Aufgabe bekommen, ausgerechnet dem weiblichen Tribut aus dem heruntergekommenen Distrikt 12 als Mentor zur Seite zu stehen – tiefer kann man nicht fallen. Von da an ist ihr Schicksal untrennbar miteinander verbunden. Jede Entscheidung, die Coriolanus trifft, könnte über Erfolg oder Misserfolg, über Triumph oder Niederlage bestimmen. Innerhalb der Arena ist es ein Kampf um Leben und Tod, außerhalb der Arena kämpft Coriolanus gegen die aufkeimenden Gefühle für sein dem Untergang geweihtes Tribut. Er muss sich entscheiden: Folgt er den Regeln oder dem Wunsch zu überleben – um jeden Preis.
Meine Meinung
Zur Buchgestaltung
Ja, ich muss sagen, dieses neue Panem-Buch sieht sehr cool aus. Reduziert, aber cool. Bis auf die Schrift und das von Vögeln und Schlangen umrankte X ist alles schwarz und diese Elemente sind metallic-golden glänzend. Und auch diese Art Klappe, die man um den Korpus legen kann, sieht ziemlich nice aus mit demselben X. Außer, dass es beim Lesen höchst unpraktisch ist...
Zum Buch
Allerdings muss ich etwas gestehen: Obwohl ich ein riesiger Panem-Fan war und auch noch bin, habe ich mich gegen dieses Buch gesträubt. Einerseits war mir der Inhalt zu schwammig. Irgendeine Art Vorgeschichte ist es, so viel wusste ich, bevor irgendwie doch die Infos zu mir drangen, Präsident Snow also im Mittelpunkt. Hungerspiele, natürlich, diesmal die zehnten. Vage und nicht so richtig catchy, so kam mir der Inhalt erst einmal vor. Andererseits sträubte sich etwas in mir aber auch gegen noch eine geldheischende Vorgeschichte zu einer gehypten Reihe, deren Auftritt eigentlich schon vorbei ist. Ehrlich, "Das Lied von Vogel und Schlange" kommt mir ein wenig wie das Festhalten der Autorin an ihrem größten Erfolg vor. Selbst wenn diese Vorgeschichte zu Snow eindeutig seine Berechtigung hat und interessant war. Wobei mir auch beim Lesen dieses Gefühl geblieben ist, aber dazu gleich mehr.
Erst einmal kurz zum Inhalt, denn unter dem konnte ich mir lange nicht viel vorstellen. Wir lernen hier den jungen Coriolanus Snow kennen. Der Krieg ist noch nicht besonders lange her, auch das Kapitol leidet noch unter den Nachwirkungen, unter anderem die Familie Snow, wozu Coriolanus' Großmutter und seine Cousine Tigris (ja, richtig gehört, Tigris) zählen. Früher war die Familie eine der reichsten und einflussreichsten des Staates, doch inzwischen müssen sie sehen, wie sie jeden Tag über die Runden kommen.
Dieses Jahr werden die Hungerspiele zum zehnten Mal ausgetragen und es sind nicht dieselben Hungerspiele, die wir mit Katniss erlebt haben. Sie sind viel brutaler, ursprünglicher. Die Tribute werden mehr wie Tiere behandelt und in der Arena erfolgt dann ein Kampf auf Leben und Tod, immer auf demselben Gelände, auf dem die 24 Jugendlichen mit nichts als Waffen ausgesetzt werden. Diese Einmischungen von außen gibt es noch nicht. Bei den zehnten Hungerspielen werden zum ersten Mal Mentoren eingesetzt, Akademieschüler aus dem Kapitol, unter anderem Coriolanus Snow. Und so beginnt die Geschichte denn er wird der Mentor des Mädchens aus Distrikt 12.
So, das nun einmal zum groben Überblick. "Das Lied von Vogel und Schlange" ist noch um einiges komplexer, beinhaltet noch so viel mehr, aber ich will ja auch nicht spoilern. Und ganz grob fand ich die Geschichte auch super spannend. Diese ganze Thematik der früheren Version der Hungerspiele und wie sie sich langsam verändert, war unheimlich interessant mitzuerleben und ich habe das gerne gelesen. Doch das war nicht das einzige Thema des Romans und vieles des Weiterführenden kam mir zu gewollt vor, als hätte es nicht auch noch untergebracht werden müssen. Besonders mit dem letzten Drittel erging es mir so. Das fühlte sich viel zu schnell durchgearbeitet an. Als hätte Suzanne Collins diese Kapitel unbedingt noch mit reinbringen wollen, allerdings nicht mehr ausreichend Seiten gehabt, um allem seinen Platz zu geben.
Außerdem traten mir ein paar zu viele Referenzen zur Hauptreihe auf. Klar, einige waren cool und haben echt gut gepasst. Aber wieso musste Snow ausgerechnet der Mentor für einen Tribut aus Distrikt 12 sein? Jeder andere Distrikt wäre ehrlicherweise genauso gut gewesen. Warum wurde die Katniss-Knolle so oft erwähnt? Und meine Güte, aber was sollte diese Ziege? Mir war es teils zu viel des Guten und das muss etwas heißen, denn ich habe die Reihe immerhin geliebt. Oder hat es mich genervt, eben weil ich so ein großer Panem-Fan bin?
Suzanne Collins' Schreibstil zu lesen, war natürlich wieder grandios. Ich habe mich wirklich gefreut, denn innerhalb kürzester Zeit habe ich mich beim Lesen wohl gefühlt und dieses Gefühl zu haben ist etwas unheimlich Schönes bei Büchern. Die Autorin schafft es, Situationen lebendig zu beschreiben und die Dialoge ebenfalls aufleben zu lassen. Nur dass der Fokus auch hier so stark auf dem Essen liegt, hat mich etwas gestört. Zur Hauptreihe mit Katniss als Protagonistin hat es gepasst, sie, die jeden Tag überlegen musste, was auf dem Tisch war und für die Essen ein Hauptthema war. Doch bei Snow hätte ich mir ein anderes Leitmotiv gewünscht. Denn natürlich musste auch er Hunger leiden, aber allein zur Abgrenzung wäre ein weniger starker Fokus aus Essen schön gewesen.
Coriolanus Snow als Protagonist war sowieso schon schwer genug. Wer die Vorgänger oder die Filme kennt, weiß nunmal schon, wie er sich entwickeln wird, nämlich zu diesem grausamen Präsidenten Panems. Und so spannend er als Charakter war (denn so empfand ich ihn in jedem Fall), wurde er mir doch nicht sympathisch. Wobei darin auch wieder Suzanne Collins' Kunst liegt: Sie hat nicht versucht, Snow als besonders netten Jungen darzustellen. Nein, stattdessen hat er zwar durchaus positive Züge, sein Ehrgeiz, komme was wolle, schimmert aber immer und immer wieder durch, verstärkt sich im Laufe des Buches sogar und so wurde er immer unsympathischer. Aber wie gesagt, chapeau vor der Autorin, dass sie sich genau das getraut hat.
Die anderen Charaktere fand ich neben ihm dann auch etwas schwach. Gut, Lucy Gray ist schon noch ein cooler Charakter, doch in ihr fand ich für mich persönlich ebenfalls zu viele Referenzen auf die Hauptreihe wieder. Dadurch wirkte sie auf mich nicht gerade wie eine realistische Figur. Und auch die anderen haben mich irgendwie nicht so ganz beeindrucken wollen.
Mein Fazit
Innerlich bin ich also etwas zerrissen, was "Das Lied von Vogel und Schlange" angeht. Ich hätte mich so gern auf dieses Prequel gefreut, immerhin gehört die Panem-Reihe zu meinen liebsten Büchern, auch heute noch. Doch das Gefühl, dass dieser Roman nicht hätte sein müssen, blieb bei mir auch während des Lesens erhalten, auch wenn vieles richtig spannend war. Gelesen habe ich das Buch trotzdem gerne. Von mir gibt es daher 3,5 von 5 möglichen Sternen.
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