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Morgen irgendwo am Meer

Autor: Adriana Popescu
Verlag: cbt
Seiten: 475
Erscheinungsdatum: 8. April 2019
weitere Bücher des Autors: 
Fünf Tage Liebe, Liebe hoch 5, Lieblingsmomente-Reihe (Lieblingsmomente, Lieblingsgefühle, Tristans Moment), Versehntlich verliebt, Ein Sommer und vier Tage, Ewig und eins, Paris, du und ich, Paris, Clara und ich, Mein Sommer auf dem Mond, Schöne Grüße vom Mond, Morgen irgendwo am Meer, Goldene Zeiten im Gepäck

Klappentext


Ein goldener Mercedes, Wind in den Haaren und das Meer vor Augen - vier Jugendliche auf dem Weg nach Lissabon ...

Was Romy, Konrad, Nele und Julian auf ihrem gemeinsamen Weg nach Lissabon erwartet, scheint der perfekte Sommerroadtrip nach dem Abitur zu sein. Doch dass jeder von ihnen weit mehr als nur leichte Sommerklamotten im Gepäck hat, wird dem eher durch Zufall zusammengewürfelten Quartett erst im Lauf der Reise klar. Denn in Wahrheit geht es bei diesem Roadtrip um nichts weniger als die Suche nach sich selbst, dem eigenen Leben, der großen Liebe und wahrer Freundschaft.

Meine Meinung


Zur Buchgestaltung
Es gibt Jugendbücher, die sehen aus wie typische Jugendbücher. Deren Cover förmlich die Kitschigkeit des Inneren hinausschreien, auch wenn die Geschichte an sich nicht mal kitschig sein muss. "Morgen irgendwo am Meer" hingegen sieht, wie ich finde, gar nicht kitschig aus. Stattdessen drückt die Gestaltung eine richtige Reiselust aus mit dem Meer und dem weiten Himmel. Und das finde ich ungemein passend für diesen Titel 😊

Zum Buch
Der Weg, wie ich auf diesen Jugendroman aufmerksam geworden bin, war doch eher ungewöhnlich. Bevor sie zu Gast bei LovelyBooks war und ich beim Livestream dabei war, kannte ich Adriana Popescu nämlich so gar nicht. Ich bin ehrlich gesagt nur zu der Veranstaltung hin, weil mich die nostalgischen Gefühle zu meinem alten, wunderbaren Praktikumsplatz gepackt hatten. Und dann saß ich da, habe einer mir unbekannten Autorin dabei zugehört, wie sie über ihren Roman redet und in ihm liest – und war verzaubert. Nicht nur von der Art der Autorin (die übrigens unheimlich sympathisch und humorvoll daherkommt), sondern auch, weil mich ihr Schreibstil direkt angesprochen hat. Da war mir egal, dass sich der Plot an sich gar nicht mal so innovativ anhörte.
Denn seien wir ehrlich, dieses Roadtrip-Szenario kennt man. Es ist nicht vollkommen ausgelutscht, aber man kann sich die Entwicklung der Handlung schon vorstellen. Hier sind es eben die vier Jugendlichen beziehungsweise jungen Erwachsenen Romy, Konrad, Julian und Nele, die sich eher zufällig zusammen auf einem Roadtrip von Deutschland bis Lissabon wiederfinden. Teilweise verbindet sie eine gemeinsame Vergangenheit, teils sind sie Fremde füreinander, aber – wer hätte es gedacht – am Ende haben sie eine starke Bindung zueinander. Dass Freundschaft und Liebe eine wichtige Rolle spielen, versteht sich von selbst. Zudem fließt auch das schon ernsthaftere Thema psychische Krankheiten mit hinein. Und meiner Meinung nach bildet Adriana Popescu all diese wichtigen Themen ihrer Geschichte schön ab, ohne kitschig zu werden. Das hat mir wirklich Lesefreude bereitet 😄
Einen gewissen Grad an Vorhersehbarkeit beherbergt das Buch allerdings doch. Und so stand ich in einem ganz komischen Clinch mit mir selbst: Manchmal hatte ich das irre Bedürfnis, unbedingt weiterlesen zu müssen, wollte die Seiten am besten alle auf einmal verschlingen. Und dann wiederum hatte ich so gar keine Lust weiterzulesen. Da habe ich ein, zwei Kapitel gelesen und dann aufgehört, weil mich die Szenen gerade nicht packen konnten. Ehrlich, ich kann mir nicht so richtig erklären, warum das eigentlich so war, aber das hat mir ein bisschen diese eben erwähnte Lesefreude genommen.
Am Schreibstil der Autorin hingegen kann ich echt kaum etwas aussetzen. Adriana Popescu schreibt super. Ihr Stil ist so schön leicht und jugendlich, bringt diese sommerliche Atmosphäre echt toll aufs Papier. Dabei begeht Adriana Popescu aber nicht den Fehler, den meiner Meinung nach viele Autoren machen, sie verheddert sich wirklich nicht in unnötigen Beschreibungen der Personen, die immer und immer wieder wiederholt werden. Ich könnte zum Beispiel Romy rein äußerlich gar nichts beschreiben. Auf der anderen Seite schafft sie es, auch die Schwermütigkeit zu transportieren, die immer wieder einmal in der Geschichte aufblitzt.
Am meisten beeindruckt haben mich allerdings ihre Dialoge und das, was wie aus dem Kopf ihrer Protagonisten klingt. Dazu sei kurz gesagt, dass "Morgen irgendwo am Meer" zu ziemlich gleich großen Teilen von Romy, Konrad, Julian und Nele erzählt wird. Und nicht nur gibt es feine, erkennbare Unterschiede zwischen diesen Sichtweisen der immerhin auch so unterschiedlichen Personen. Man erkennt auch allgemein, dass es sich um noch junge Menschen handelt. Die Art, wie sie miteinander reden, wie sie denken...das ist nicht hochgestochen geschrieben, als hätte man erwachsene Gelehrte in die Körper Jugendlicher gesteckt. Nein, das vermittelt den Eindruck von jungen Menschen, die eben manchmal "Alter" sagen, die viel Englisch in ihre Sprache einfließen lassen. Das hört sch authentisch an.
Authentizität vermitteln auch die Charaktere, die die Autorin hier erschaffen hat. In dem Jugendroman wird man mit vier sehr unterschiedlichen jungen Menschen konfrontiert, die auch alle ganz eigene Gründe haben, sich auf diesen Roadtrip einzulassen. Die ihre eigenen Ängste und Zweifel haben, manche bewusst und manche unterbewusst. Und genau diese Verschiedenheit hat mich gereizt. Klar hatte ich meine Präferenzen, mochte ich die eine Figur mehr als die andere, aber alles in allem hat Adriana Popescu in ihrem Buch vier super vielseitige Charaktere erschaffen, die alle eine tolle Entwicklung hinlegen und schon allein aus diesem Grund sympathisch sind.
Dabei fand ich toll, dass nicht jedem direkt ein großes Drama angeheftet wurde. Manches Problem kommt auch sehr alltäglich rüber, sodass sich ein gutes Identifikationspotenzial ergibt. Ein klitzekleines bisschen dick aufgetragen finde ich die ein oder andere Sache zwar schon, aber das war alles in allem dann schon okay^^
Was das Ende des Romans betrifft, so bin ich damit sehr zufrieden. Wirklich, ich bin ja eine richtige Kritikerin, was das anbelangt, und die Autorin hat es mit "Morgen irgendwo am Meer" tatsächlich geschafft, mich zufriedenzustellen. Der Abschluss war schön. Nicht kitschig, nicht zu happy, offen genug für Interpretationsspielraum. So mag ich das. Gerne öfter! 😊

Mein Fazit


Durch eine eher spontane Idee auf das Buch gebracht – so ging es mir mit "Morgen irgendwo am Meer", denn den Livestream habe ich mehr wegen der Veranstaltung besucht als wegen der Autorin, die ich bis dahin ja nicht einmal kannte. Und doch hat sich das dann so erfolgreich entwickelt. Sehr schön, so lob ich mir das! Adriana Popescu entwickelt eine wunderbar sommerliche Geschichte, die mir wirklich gut gefallen hat. Nur dass sie mich immer wieder nicht so ganz in ihren Bann ziehen wollte, das war schade. Deswegen gibt es auch "nur" 4 von 5 Sternen von mir.
Als wunderbare Roadtrip-Reise-Geschichte ist der Jugendroman außerdem etwas, mit dem ich eine Challenge-Aufgabe der Jahreszeiten Challenge absolvieren konnte, nämlich die Aufgabe, ein Buch zu lesen, das Reiselust weckt 😎

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