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"Sex Education" Staffel 1

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Ich habe ja schon länger das Problem (ich nenne das jetzt einfach mal so), dass ich nicht mehr so richtig aufmerksam bin beim Filme- und Serien-Schauen. Dass mich das, was gerade läuft, wirklich richtig gut sein muss, damit ich mich dem uneingeschränkt widme. Und tadadadaaa, hier ist eine Serie, die das geschafft hat! 🎊
"Sex Education" ist erst seit Anfang des Jahres auf Netflix verfügbar, hat mich auch direkt ein bisschen angefixt. Vordergründig wegen Asa Butterfield, der einen der Protagonisten verkörpert. Auch die Idee ist wirklich großartig. Denn darum geht's:
Otis ist 17, Jungfrau, eher Typ Außenseiter. Das Ungewöhnliche an ihm: Seine Mutter Jean ist Sxxtherapeutin. Und durch eine seltsame Verkettung von Ereignissen kommt es dazu, dass Maeve, ebenfalls Außenseiterin, aber eher auf der coolen, badass Seite, Otis dazu überredet, in der Schule  eine Sextherapie anzubieten. Denn obwohl Otis selbst noch sehr unerfahren in solchen Dingen ist, hat er ein Talent dafür, anderen mit ihren Beziehungs- (und vor allem Sex-) Problemen zu helfen. So ziehen die beiden ein Geschäft auf, durch das sie von einer seltsamen Situation in die nächste geraten. Die 'Fälle', mit denen Otis sich beschäftigt, wirken manchmal sehr ungewöhnlich, aber irgendwie auch ganz nah, als könnte das jedem mal passieren. Und sie sind dabei so herrlich schräg, genauso wie die Lösungen, die Otis findet.
Doch die Sextherapie ist quasi nur der Rahmen, der die Geschichte zusammenhält. Viel wichtiger sind die Beziehungen, die sich darum herum oder sogar dadurch entwickeln. Als am wichtigsten kann man die zwischen Otis und Maeve bezeichnen. Die beiden stehen im Zentrum der Serie und so auch ihre Beziehung zueinander, die sich stark entwickelt. Denn sie werden von Fremden zu Freunden und entwickeln zudem auch noch mehr Gefühle füreinander. Unterschiedlich ausgeprägt und damit ist auch noch nicht gesagt, dass sie sich dessen bewusst sind. Aber es machte mir unheimlichen Spaß die beiden dabei zu beobachten, wie sie sich Schritt für Schritt nähern und einander vertrauen lernen.
Das Thema Liebe ist nicht nur bei dieser Beziehung wichtig. Ich meine, eine Serie kann nicht "Sex Education" heißen und nichts mit Liebe zu tun haben^^ Nein, nein, wir werden schon mit vielen Paaren oder Wannabe-Paaren konfrontiert. Zum Beispiel Maeve und Jackson, die als Gelegenheitsaffäre starten und wovon sich Jackson bald mehr erhofft. Tanya, die unbedingt ihr erstes Mal erleben möchte, bevor sie aufs College geht. Aimee und Adam, bei denen es nicht wirklich rund läuft.
Doch mindestens genauso wichtig ist die Freundschaft in dieser Serie. Wirklich spannend finde ich hier Maeve und Aimee, denn Aimee verschweigt ihren anderen Freunden, der beliebtesten Clique der Schule, dass sie auch mit Maeve abhängt und verbiegt sich zudem für diese Clique. Aber die schönste Freundschaft ist wohl die zwischen Otis und Eric. Die beiden sind beste Freunde und das, obwohl sie so verschieden sind – Otis ist auf diese zurückhaltende Weise etwas seltsam, Eric ist extrovertiert (vor allem auch in seinem Kleidungsstil), übereifrig und homoexuell, eine Kombination, die nicht immer auf Zustimmung trifft. Doch sie halten zusammen und auch wenn sie einmal streiten, vertragen sie sich wieder.
Ungemein interessant ist außerdem noch Otis' Mutter Jean. Sie ist alles andere als konventionell, was schon an ihrem Verhalten gegenüber Männern zu erkennen ist. Und ihr fällt es extrem schwer, sich aus Otis' Angelegenheiten herauszuhalten, was auch mal zu Spannungen zwischen Mutter und Sohn führen kann.
Diese Beziehungen wären allerdings nicht halb so spannend, wären die Charaktere, die in sie verwickelt sind, nicht so genial. Und zwar wirklich absolut genial. Ich will jetzt gar nicht mehr im Einzelnen auf jeden eingehen, aber ganz allgemein ist es der Serie gelungen, Figuren zu erschaffen, die zwar alle etwas eigenartig sind, aber doch auch authentisch bleiben. Figuren, die man mal in den Arm nehmen möchte, mal schütteln, die man aber allesamt ins Herz schließt. Über die man gleichermaßen gerührt lächeln kann und lauthals lachen. Die eine tolle Entwicklung hinlegen, und zwar sowohl große Rollen als auch kleinere, die einen noch mehr mitfiebern, mitfühlen lassen. Wirklich, diese Charaktere und die Schauspieler, die sie verkörpern, sind einfach nur grandios!
Ich möchte auch noch ganz kurz etwas zum Feeling der Serie sagen, weil es einfach so ungewöhnlich ist. Nämlich wäre ich felsenfest davon überzeugt, "Sex Education" würde in den 90er Jahren spielen, hätte ich nicht mehrmals die Technologie in der Serie gesehen wie moderne Smartphones. Aber das liegt einfach an der Musik und den Look, der vor allem durch die Mode kommt. Schon ein bisschen verwirrend, aber andererseits auch wieder cool, mal was anderes. Und eine kleine Anmerkung zur Sprache: Ich habe mir "Sex Education" im Originalton angesehen, was ich eindeutig empfehlen kann, denn der britische Akzent ist einfach super. Gleichzeitig jedoch auch schwerer zu verstehen, leider.
Alles in allem kann ich also nur sagen: Schaut euch die Serie an. Ehrlich, sie ist so herrlich, manchmal so idiotisch, sodass man lauthals loslacht, und dann wieder berührend und schön. Die 8 Folgen waren mir zu wenig und ich freue mich schon ungemein auf die Fortsetzung, die es glücklicherweise geben wird 😄

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