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A very large expanse of sea


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Autor: Tahereh Mafi
Verlag: HarperCollins
Seiten: 310
Erscheinungsdatum: 16. Oktober 2018
weitere Bücher des Autors: 
Shatter Me (Shatter Me, Destroy Me, Unravel Me, Fracture Me, Ignite Me, Unite Me, Restore Me, Shadow Me, Defy Me, Reveal Me, Imagine Me, Find Me), Whichwood, Furthermore, A very large expanse of sea, An emotion of great delight


Klappentext


It’s 2002, a year after 9/11. It’s an extremely turbulent time politically, but especially so for someone like Shirin, a sixteen-year-old Muslim girl who’s tired of being stereotyped.
Shirin is never surprised by how horrible people can be. She’s tired of the rude stares, the degrading comments—even the physical violence—she endures as a result of her race, her religion, and the hijab she wears every day. So she’s built up protective walls and refuses to let anyone close enough to hurt her. Instead, she drowns her frustrations in music and spends her afternoons break-dancing with her brother.
But then she meets Ocean James. He’s the first person in forever who really seems to want to get to know Shirin. It terrifies her—they seem to come from two irreconcilable worlds—and Shirin has had her guard up for so long that she’s not sure she’ll ever be able to let it down.

Meine Meinung


Dieses Buch wollte ich ja schon lange, lange lesen. Kennt ihr das? Wenn ihr immer wieder um ein Buch herumschleicht, es euch anschaut, denkt, wie gut es sich doch anhört, wie gerne ihr es doch lesen würdet – nur um es dann doch erst einmal zu lassen? Well, that's the story of me and "A very large expanse of sea". Ich glaube, um diesen Jugendroman schleiche ich nämlich schon herum, seit es erschienen ist. Letzte Jahr im Sommer durfte es dann bei mir einziehen und hätte mich fast davon abgehalten, "Hamilton" weiterzulesen. Stattdessen musste das Buch bis ins neue Jahr warten.
Aber: Dieses Warten hat sich gelohnt! Die Geschichte von Shirin und Ocean ist einfach wunderbar. Ganz grob geht es um Shirin, die wieder einmal umzieht, wieder einmal eine neue Schule besuchen muss. In den letzten Jahren hat sie gelernt, die Kommentare dazu, dass sie Hijab trägt und die sie überall hin verfolgen, zu ignorieren, für sich zu bleiben. Genau diesen Plan verfolgt sie auch für die neue Stadt, die neue Schule. Doch hier laufen ein paar Dinge anders. Zunächst einmal gründet ihr Bruder Navid einen Breakdance Club und greift damit Shirins Leidenschaft für Musik und Breakdance auf. Und dann ist da noch Ocean, dem sie immer wieder über den Weg läuft und der mit ihr redet. Wirklich mit ihr redet, nicht nur über sie, und noch dazu scheint erfahren zu wollen, wer Shirin ist. Doch die Beziehung, die sich langsam zwischen den beiden aufbaut, sorgt für mehr Chaos, als die beiden auch nur ahnen können.
Wie bereits gesagt, habe ich mir viel von diesem Jugendroman erwartet. Und wie ebenfalls schon angedeutet, hat er diese Erwartungen auch eingelöst. Mich hat er ein wenig an "The Hate U Give" erinnert, zumindest auf der emotionalen Ebene hat die Geschichte viel Ähnliches bei mir ausgelöst. Denn "A very large expanse of sea" ist lange keine typische Teenie-Lovestory, die Themen, nämlich vor allem Rassismus, werden sehr berührend dargestellt. Vor allem das Thema Hijab fand ich super spannend. Ich erinnere mich, dass auch ich einmal dachte, Mädchen und Frauen würden doch sicher nicht freiwillig Kopftücher tragen. Diese Sichtweise habe ich schon abgelegt, aber genau solche Bücher wie dieses hier zeigen nochmal so viel Wichtiges an der Thematik auf und ich bin froh, dass es sie gibt. Um einer breiteren Masse zu erklären: Es gibt viele, die gerne Hijab tragen. Und vor allem: Niemand hat dir vorzuschreiben, wer du bist, wie du bist und damit auch was du trägst. Die Ereignisse im Buch haben mich wirklich berührt. Das Einzige, bei dem ich ein wenig zwiegespalten bin, ist der Zeitpunkt. Mir ist klar, weshalb Tahereh Mafi das Jahr nach 9/11 wählte, aber ich glaube, hätte sie es in der Gegenwart spielen lassen, hätte es noch ein wenig mehr Wirkung gehabt. Wobei ich mir auch so sehr gut vorstellen kann, wie es sich heutzutage mit Rassismus verhält.
Zu dieser wunderbaren und emotionalen Geschichte kommt noch ein großartiger Schreibstil. Die Autorin schreibt so flüssig, leicht und vor allem authentisch, dass es mein Leseerlebnis gleich noch intensiver gemacht hat. "A very large expanse of sea" war ein Buch, dass ich in kürzester Zeit hätte lesen können, hätte ich mehr Zeit zum Lesen gehabt. Und dass ich mir ein paar Zitate herausgeschrieben habe, sagt auch schon vieles über den Stil der Autorin und wie sie es schafft, so sensible Themen zu verpacken.
Und auch mit den Charakteren machte Tahereh Mafi es mir leicht. Shirin ist eine tolle Protagonistin, allein weil sie nicht so ist, wie man sie erwarten würde. Wahrscheinlich hat jeder von uns (leider) ein bestimmtes Bild einer Hijabi im Kopf – und dem entspricht Shirin nunmal gar nicht bei mir. Sie hat diese riesige Mauer um sich herum errichtet, diese Fuck-off-Einstellung, mit der sie sich vor den Klischees ihrer Mitmenschen schützt. Gleichzeitig ist sie auch nicht das typische Bild einer folgsamen Tochter, hat diese, wie ich zumindest finde, außergewöhnlichen Interessen Breakdance und Nähen. In so vielen Punkten war sie für mich sehr relatable. Und am besten: Sie ist ganz und gar nicht gefeit vor Fehlern, denn mit dem lauf der Geschichte lernt man auch diese an ihr kennen. Und sie wächst am Erkennen, dass sie eben auch welche macht.
Wichtig für die Geschichte ist natürlich auch Ocean. Er, als der nette, weiße Junge, der sich in das Kopftuch-tragende Mädchen verliebt, wirkt auf den ersten Blick vielleiht etwas langweilig. Doch je weiter die Geschichte voranschreitet, desto interessanter wird auch sein Charakter. Besonders gut gelungen fand ich, wie die Autorin beschreibt, wie er auf den Rassismus, dem Shirin ausgesetzt ist, reagiert. 
Die restlichen Figuren sind neben diesen beiden starken Protagonisten etwas blasser. Navid, Shirins älterer Bruder, hat ansonsten noch den größten Part. Auch mit ihm bricht die Autorin etwaige klischeehafte Bilder, die man mit dem muslimischen Bruder verbindet. Etwas schade fand ich, dass Shirins Eltern kaum vorkamen, aber auch das hat der Geschichte keinen Abbruch getan.


Mein Fazit


Einer meiner Lese-Vorsätze für 2021 war ja, mehr divers zu lesen, ob das nun LGBTQ+-Bücher sind oder Bücher, die sich mit verschiedenen Stufen von Rassismus beschäftigen. "A very large expanse of sea" war mein erster 'Beitrag' dazu und obwohl meine Erwartungen an den Jugendroman wirklich hoch waren, hat er sie erfüllt. Dieses Buch hat mich so emotional gemacht, wie es "The Hate U Give" beispielsweise konnte. Dass ich 5 von 5 Sternen vergebe, sollte also niemanden mehr überraschen.

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