Direkt zum Hauptbereich

"Three Billboards outside Ebbing, Missouri" im Kino

https://static.kino.de/wp-content/uploads/2018/03/three-billboards-outside-ebbing-missouri-2017-film-320-rcm590x842u.jpg

Nur ein paar Tage, nachdem ich in "Shape of Water" im Kino war, bin ich in diesen Film gegangen. Hier war ich ein wenig vorsichtig, war der Oscar-Anwärter, den ich kurz zuvor gesehen hatte, doch ein Flopp gewesen. Aber hey, ich hatte immerhin schon zwei Empfehlungen für den Film bekommen (von Leuten, die ich kenne). Ich war also zuversichtlich.
Und manchmal wird man eben auch belohnt beziehungsweise hat man Glück. Ich fand den Film einfach genial. Ich kann verstehen, weshalb der Film für so viele Oscars nominiert war, jedoch nicht, wieso er nicht mehr gewonnen hat – besonders bei der Konkurrenz.
Das Thema an sich ist schon einmal gut gewählt und spannend. Vor Monaten wurde Angela Hayes in Ebbing in Missouri vergewaltigt und ermordet. Die Ermittlungen sind jedoch noch immer nicht vorangekommen, der Täter nicht gefunden. So beschließt Mildred Hayes, die Mutter des Mädchens, etwas zu tun und mietet drei Werbetafeln, auf die sie provokante Statements schreibt, die die Polizei aufrütteln, den Fall wieder präsenter machen sollen. Die Werbetafeln und ihre Botschaften führen zu einer Auseinandersetzung mit der Polizei, besonders Chief Bill Willoughby und Jason Dixon, verfehlt aber auch nicht seine Wirkung und treibt die Ermittlungen voran.
Der Film geht stark auf die Auseinandersetzung zwischen Mildred und der Polizei ein, aber auch darauf, wie verschieden Menschen mit einem solchen Fall umgehen, egal ob sie Angehörige sind oder eben "nur" im selben Ort wohnen. Es geht darum, wie oft man tatenlos zusehen muss, nichts machen kann, wie man aber auch mal die Fäden in die Hand nehmen kann, so wie Mildred Hayes. Und diese ernste Thematik wird gemixt mit einem genialen Humor. Das liegt zum Einen an Mildred Hayes, einer Protagonistin mit seeehr viel schwarzem Humor, aber auch an Figuren wie Jason Dixon, den man oft nicht ernst nehmen kann.
Überhaupt finde ich die Charaktere in dem Film einfach nur großartig. Sie sind nicht sonderlich sympathisch. Außer Chief Willoughby, der von Woody Harrelson gespielt wird, mochte ich keine der Personen, zumindest nicht dauerhaft. Dafür sind die Ansichten manchmal zu krass, die Taten zu krass, die Ecken doch ein wenig zu kantig. Aber ich konnte sie jederzeit nachvollziehen. Besonders bei Mildred zeigt sich das gut. Sie ist bestimmt niemand, den man schnell in sein Herz schließt, aber man fühlt durch das, was sie erlebt hat, definitiv mit ihr mit und hofft, dass ihre Geschichte ein gutes Ende nimmt.
"Three Billboards outside Ebbing, Missouri" ist für mich ein Film, der sich seine Oscars wirklich verdient hat. Der Film hat mich einige Male durch seinen Humor (und den wirklich gehäuften Flüchen) zum Lachen gebracht. Es war ein Film, bei dessen Ende ich mir dachte: "Was? Das ist das Ende? Aber es muss doch weitergehen!" Ich bin nicht nur grandios unterhalten aus dem Film gekommen, sondern auch nachdenklich.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Neues Buch zu "Eragon" ?

Anscheinend steht es schon länger fest: Es wird einen fünften Teil der "Eragon"-Reihe von Christopher Paolini geben. Ich hab das erst vor Kurzem erfahren, als eine Freundin es mir erzählt hat. Dazu muss ich sagen, dass ich nicht der allergrößte "Eragon"-Fan bin, aber trotzdem freut es mich zu hören, dass die Reihe fortgesetzt wird, weil, na ja, mich als Büchersuchtie freut so etwas eben und außerdem fand ich sowohl die Geschichte an sich und auch einige der Charaktere sehr interessant. Also hab ich mich sofort mal drangemacht und recherchiert, was es zu einem 5. Band "Eragon" herauszufinden gibt. Dazu sei noch zu sagen, dass absolute Spoiler-Gefahr für all diejenigen besteht, die die bisher erschienenen Eragon-Bücher noch nicht gelesen haben! Wer also noch nicht mit der reihe durch ist, sollte das hier nicht lesen, um sich nichts vorwegnehmen zu lassen.

Irgendwie hatte ich mir das anders vorgestellt

Klappentext Eigentlich wollte Edie sich doch nur mal wieder so richtig verlieben. Ihre letzte Beziehung liegt Jahre zurück, und sie ist jetzt Mitte dreißig - da könnte Mister Right endlich mal vorbeikommen. Dass sie ihr Herz aber ausgerechnet an ihren Kollegen Jack verlieren würde, damit hatte Edie nicht gerechnet. Auch Jack scheint Gefühle für Edie zu haben, denn er flirtet im Büro heftig mit ihr. Alles könnte perfekt sein, wäre da nicht die Tatsache, dass Jack bald seine Verlobte Charlotte heiraten wird. Als es auf der Hochzeit zu einem verhängnisvollen Kuss zwischen Edie und Jack kommt, gerät Edies Welt gehörig ins Wanken. Charlottes Trauzeugin initiiert einen Shitstorm, und schon bald ist Edie überall nur noch "die Frau, die sich an fremde Ehemänner heranmacht und Bräuten den schönsten Tag ihres Lebens ruiniert". Edie möchte sich am liebsten verkriechen. Deshalb kommt ihr das Angebot ihres Chefs, in Nottingham ein neues Projekt zu übernehmen, gerade recht. Doch in...

"Smaragdgrün" im Kino

http://de.web.img3.acsta.net/pictures/16/05/06/10/55/442020.jpg Ich bin enttäuscht. Das muss ich ganz ehrlich sagen. Nachdem ich "Rubinrot" nicht wirklich toll fand, aber auch nicht schlecht, dann jedoch "Saphirblau" überraschend gut war, bin ich nun von "Smaragdgrün", dem dritten Teil der Edelstein-Trilogie echt enttäuscht. Ich hatte wirklich besseres erwartet... Na ja, komme ich doch erstmal zum Guten des Films, was nicht wirklich viel ist. Einmal ist da der Cast, der ziemlich gut passt. So schlimm der Rest teilweise auch ist, die Schauspieler passen gut in ihre Rollen, bringen das gut rüber. Was ich noch sehr mag, ist Gwens Humor. Sie, als Neuling in der Zeitreise-Branche, steht sowieso allem eher skeptisch gegenüber, macht sich über so ziemlich alles lustig, was der Geheimloge ach so heilig ist. So hat der Film doch ein bisschen echten Witz auf die Leinwand gebracht. Was ich schlecht fand? Alles andere! Also wirklich, wirklich viel...