Direkt zum Hauptbereich

Skulduggery Pleasant – Wahnsinn

Autor: Derek Landy

Verlag: Loewe
Seiten: 703
Erscheinungsdatum: 13. November 2019
weitere Bücher des Autors: 
Skulduggery-Pleasant-Reihe (Der Gentleman mit der Feuerhand, Das Groteskerium kehrt zurück, Die Diablerie bittet zum Sterben, Sabotage im Sanktuarium, Rebellion der Restanten, Passage der Totenbeschwörer, Duell der Dimensionen, Tanith Low – Die ruchlosen Sieben, Die Rückkehr der Toten Männer, Apokalypse, wow!, Das Sterben des Lichts, Auferstehung, Mitternacht, Wahnsinn), Demon-Road-Reihe (Hölle und Highway, Höllennacht in Desolation Hill, Finale infernale)


Klappentext


In dem verzweifelten Versuch, die verlorene Seele ihrer kleinen Schwester zurückzugewinnen, wendet sich Walküre Unruh gegen das Sanktuarium. Und Skulduggery kann nichts tun, um sie davon abzuhalten.
Währenddessen plant Abyssinia etwas Großartiges: Eine Nacht der Magie, des Terrors und des Blutvergießens. Nun ist es Omen Darklys Aufgabe, die Leben tausender unschuldiger Menschen zu retten. Dabei ist er ECHT noch nicht bereit dazu. Aber der Wahnsinn bricht sich bereits Bahn. Als bisher verborgene Feinde ans Licht treten, gibt es nur zwei Möglichkeiten: Omen muss endlich der Held werden, der er nie sein wollte – oder heldenhaft sterben.

Meine Meinung


Zur Buchgestaltung
Zur Buchgestaltung kann ich nun gar nicht allzu viel sagen. Sie ist wieder an die gesamte Reihe angepasst, vor allem an die letzten beiden Bände, die ja auf hellem statt dunklem Hintergrund liegen. Wie immer ist es ganz interessant, Figuren vorne auf dem Umschlag zu sehen. Doch der Reiz ist bei Band 12 nunmal schon etwas abgeflaut.

Zum Buch
Auch ganz allgemein muss ich zu meiner Schande gestehen, dass mich "Skulduggery Pleasant" nicht mehr ganz so packt. Noch vor wenigen Jahren – vor "Auferstehung" – habe ich auf die Neuerscheinungen hingefiebert und den neuen Band dann so schnell es ging gekauft. "Wahnsinn" hat über einen Monat gebraucht, um bei mir einzuziehen, und gelesen habe ich es ebenfalls nicht sofort, sondern mit kleiner Verzögerung. Und leider muss ich vorwegnehmen, dass mich das Buch auch nach dem Lesen nicht vom Gegenteil hat überzeugen können.
Die Story im zwölften Teil der Reihe teilt sich in zwei Stränge auf:
Zum Einen hat man Walküre, die, nachdem sie herausgefunden hat, dass die Seele ihrer kleinen Schwester Allison kaputt ist, auf der Suche ist nach einer Heilung. Dazu will sie Doktor Nye ausfindig machen, der ihr sagen soll, was genau mit Allisons Seele nicht stimmt und wie man sie heilen kann. Der Weg, den Walküre dafür einschlägt, ist garantiert nicht immer ganz legal (selbst für ihre Verhältnisse) und führt sie an die verschiedensten Orte.
Andererseits wird wieder die Storyline rund um Abyssinia aufgegriffen, die noch immer ihren finsteren Plan verfolgt. Nun, mit ihrem Sohn Caisson an ihrer Seite, möchte sie den Menschen offenbaren, dass Magie existiert – und dadurch einen Krieg lostreten. Hier kommt auch Omen ins Spiel, denn er gerät mehr oder weniger freiwillig mitten in diese Pläne.
Und es könnte alles so spannend sein. Derek Landy hat mich schon so viele Male mit seiner Handlung abgeholt, doch hier sollte es ihm wohl nicht gelungen. Bei mir hat sich keine richtige Spannung eingestellt und ich war einfach durch nichts zu überraschen. Besonders der letzte Punkt tut mir fast ein wenig weh, denn ich weiß ja, dass der Autor das kann, er hat mich schon mehrmals durch seine Twists gepackt und meine Ansichten einmal kräftig durchgeschüttelt. Doch auch wenn hier endlich das ein oder andere Geheimnis ausgepackt wird, auf das ich schon lange gewartet hatte, blieb genau dieses Gefühl leider aus. Ich war im Großen und Ganzen underwhelmed davon, wie mittelmäßig die Geschichte dieses Mal war. Sie kam mir noch immer vor, als würde es noch nicht richtig losgehen, als käme der große Showdown noch.
Ebenfalls schwer zuzugeben ist, dass mich Derek Landys Schreibstil hier zum ersten Mal so stark genervt hat, dass es mir negativ aufgefallen ist. Was nicht bedeutet, dass ich  ihn nervig finde, aber nachdem ich bisher nur von seinem Witz schwärmen konnte, fiel es mir hier einfach mal negativ auf.
Die meiste Zeit über war es okay. Da ließ sich das Buch wirklich gut lesen, auch wenn es mich spannungstechnisch eben nicht ganz abholen konnte. Doch dann kamen Stellen, an denen der Autor seinen Humor auspackte. Den Humor, den ich eigentlich wirklich liebe. Aber hier gab es dann doch Sätze, Dialoge oder Kapitel, die mir zu drüber waren. Da fragte ich mich, wieso Derek Landy sich auch noch über dies oder jenes lustig machen musste. Warum der Rest nicht reichte.
Allerdings muss ich auch mal was Positives schreiben, denn natürlich hat "Skulduggery Pleasant – Wahnsinn" auch Gutes. Ich tendiere nur gerade dazu, mich zu beschweren, weil ich offenbar hohe Erwartungen hatte. Aber um zurück zum Positiven zu kommen: Man merkt einfach, dass der Autor sehr gut darin ist, etwas subtil einfließen zu lassen. Hier hat er es mit seinen Twists nicht ganz geschafft (der hier kam mir etwas aus dem Nichts beziehungsweise unoriginell vor), doch eine ganz bestimmte Charakterentwicklung war schon sehr genial. Wie er das beschrieben hat, war einfach genau die richtige Art und Weise und davor muss ich – mal wieder – den Hut ziehen.
Direkt dazu passend kann ich auch etwas zu den Charakteren sagen. Hach ja, die Charaktere...
Hier bin ich ebenfalls etwas zwiegespalten. Einerseits bin ich ja Fan. Von Skulduggery, von Walküre, von Tanith (yay, Tanith kommt zurück!), von China, und und und. Und versteht mich nicht falsch, noch immer hatte ich einen großen Spaß mit ihnen. Manche Entwicklungen waren schon sehr cool gemacht. Vor allem bei Walküre merkt man auch mal wieder sehr schön, wie sie sich im Vergleich zu den ersten neun Bänden gewandelt hat. Doch es gab eben auch Momente, in denen mich die Charaktere etwas nervten. Wie Skulduggerys Unfähigkeit, mal etwas ernst zu meinen. Eine Eigenschaft, die mir hier teilweise stark überspitzt vorkam. Oder Omen. Ja, Omen generell, irgendetwas habe ich gegen den Jungen. Und so sehr ich es auch genoss, wieder diese ganzen Figuren zu treffen, die ich seit Teil 1 ins Herz geschlossen habe, kam mir hier manches zu kurz. So hätte ich gerne mehr Zeit mit Tanith gehabt oder anderen "alten" Charakteren, statt diese ganzen neuen wie Abysinnia oder Razzia oder Omen. Vielleicht bin ich da auch einfach nostalgisch...

Mein Fazit


Ich weiß, ich wiederhole mich, aber es tut mir wirklich ein wenig weh, über eine Reihe, die ich so sehr liebe, mit der ich mitgewachsen bin, so schlecht zu schreiben. Aber es ist mir bei den vorigen zwei Bänden schon aufgefallen und hier nunmal noch stärker: Das Niveau, das ich von Derek Landy gewohnt bin, hat er in "Wahnsinn" lange nicht erreichen können. Mir ist es schon in "Auferstehung" und "Mitternacht" aufgefallen, aber da konnte ich es mir noch damit erklären, dass sich die Handlung erst einmal entfalten muss. Hier hätte ich diese Entfaltung zu gerne mit angesehen und wurde leider enttäuscht. Das Buch hat mir immer noch gut gefallen, keine Frage, aber zum ersten Mal gebe ich mittelmäßige 3,5 von 5 Sternen. Ich hoffe, der nächste Teil wird mich wieder überzeugen können.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Irgendwie hatte ich mir das anders vorgestellt

Klappentext Eigentlich wollte Edie sich doch nur mal wieder so richtig verlieben. Ihre letzte Beziehung liegt Jahre zurück, und sie ist jetzt Mitte dreißig - da könnte Mister Right endlich mal vorbeikommen. Dass sie ihr Herz aber ausgerechnet an ihren Kollegen Jack verlieren würde, damit hatte Edie nicht gerechnet. Auch Jack scheint Gefühle für Edie zu haben, denn er flirtet im Büro heftig mit ihr. Alles könnte perfekt sein, wäre da nicht die Tatsache, dass Jack bald seine Verlobte Charlotte heiraten wird. Als es auf der Hochzeit zu einem verhängnisvollen Kuss zwischen Edie und Jack kommt, gerät Edies Welt gehörig ins Wanken. Charlottes Trauzeugin initiiert einen Shitstorm, und schon bald ist Edie überall nur noch "die Frau, die sich an fremde Ehemänner heranmacht und Bräuten den schönsten Tag ihres Lebens ruiniert". Edie möchte sich am liebsten verkriechen. Deshalb kommt ihr das Angebot ihres Chefs, in Nottingham ein neues Projekt zu übernehmen, gerade recht. Doch in...

Der letzte Stern

Klappentext Vier Tage - mehr bleiben nicht mehr bis zur fünften, tödlichen Welle, mit der die Anderen alles zerstören und die Menschheit ausrotten wollen. Gemeinsam mit einer Handvoll Getreuen schmiedet Cassie in einer geheimen Unterkunft einen tollkühnen Plan, um im letzten Augenblick doch noch das Blatt zu wenden: Sie werden in die Offensive gehen, ins Herz des feindlichen Lagers vordringen und die Anderen von innen heraus vernichten.  Doch kann ein solcher Angriff gelingen? Und sind sie wirklich alle in ihrer kleinen Truppe auf Cassies Seite? Oder hat der Feind sie schon unterlaufen, heimlich Misstrauen und Zwietracht gesät, seine Spione eingeschleust? Cassie beschließt das Risiko einzugehen, auch weil es keinen anderen Ausweg zu geben scheint. Und so rüsten sie zum letzten großen Kampf - einem Kampf ohne Wiederkehr und mit ungewissem Ausgang...

Aktion "Blog-Nachbar" bei Suhanis Bücher

Eher durch Zufall bin ich vor einigen Monaten auf Suhanis Blog gestoßen und ein noch größerer Zufall war es, dass sie genau um den Zeitraum herum ihre Aktion "Blog-Nachbar" gestartet hat. Das heißt, Suhani stellt jeden Monat einen Blog plus Blogger vor und stellt genau 15 Fragen (aber nicht immer die gleichen). Und da das Schicksal mich anscheinend so unbedingt dabeihaben wollte, habe ich natürlich bei der Aktion mitgemacht^^ Tatatataaa - jetzt, ein paar Monate später, ist es nun so weit und Suhani hat den Post dazu veröffentlicht, in dem sie meinen kleinen Blog vorstellt und ich die Fragen beantworte. Ich muss sagen, wir hat es richtig viel Spaß gemacht, auf die Fragen zu antworten. Manche Antworten wusste ich sofort, da musste ich kaum überlegen, bei anderen war es schon schwieriger. Manchmal musste ich schon ein bisschen grübeln, um die richtige Antwort zu finden und es war auch interessant, zu welchen Einsichten man da kommt... Wer den Post von Suhani dazu lesen möchte,...