Donnerstag, 3. Dezember 2015

Im freien Fall oder wie ich mich in eine Pappfigur verliebte

Klappentext


"Oh, Julie, ich habe dich ja noch gar nicht richtig vorgestellt. Papp-Finn, das ist Julie. Julie, das ist Papp-Finn."

Julie kann es nicht fassen: Statt die ersten Tage am College zu genießen, beaufsichtigt sie plötzlich eine 13-Jährige, die keinen Schritt ohne die lebensgroße Pappfigur ihres Bruders Finn unternimmt. Zugegeben, ihres sehr gut aussehenden Bruders Finn. Der befindet sich zwar gerade auf Weltreise, schreibt aber E-Mails, die Julies Knie butterweich werden lassen. Doch wieso zögert er seine Rückkehr immer weiter hinaus? Weshalb stört sich niemand an seinem plattgedrückten Doppelgänger? Und verliebt Julie sich tatsächlich gerade in eine Pappfigur?

Meine Meinung


Zur Buchgestaltung
Ich mag das Cover.  Vor allem die Schrift, die erstens ziemlich cool an sich ist und die man zweitens auch noch spürt. Ich liebe diese Cover, über die man mit den Fingern fahren kann und genau spürt, wo die Buchstaben sind und so etwas :)
Der Hintergrund ist auch schön, zwar sehr schlicht, aber schön und vor allem passend. Wenn der Hintergrund mega aufwendig gewesen wäre, sähe das Cover sowieso nur halb so schön aus, weil ja die Schrift im Vordergrund ist, deswegen finde ich das Cover richtig schön gemacht.

Zum Buch
Ich bin ein bisschen gespalten, was das Buch angeht und ich glaube, das liegt daran, dass ich echt hohe Erwartungen an es hatte. Es ist jetzt nämlich bestimmt schon über ein Jahr her, dass ich es im Internet gesehen habe und irgendwie interessant fand und dann lag es auch die letzten paar Wochen ungelesen in meinem Zimmer... Na ja, jedenfalls waren meine Erwartungen wirklich hoch und ich hab das Buch auch innerhalb weniger Tage durchgelesen, was während des Semesters vielleicht nicht ganz so klug ist, und trotzdem...Finde ich es gut? Ja! Finde ich es richtig, wirklich gut? Da bin ich mir noch nicht so ganz sicher.
Schon allein der Klappentext verspricht ja schon Interessantes. Eine lebensgroße Pappfigur? Und sich dann auch noch in sie verlieben??
Erst einmal: Die Hauptfigur, Julie, ist mir sympathisch (Was bei mir ja echt nicht immer der Fall ist). Klar, sie ist nett und so, aber auf so eine normale Art. Überhaupt wirkt sie wie ein Mädchen, das dir auch so mal auf der Straße begegnen kann. Sie ist wie schon gesagt nett, ist sarkastisch und hat auch noch ein paar Macken an sich. Auch die anderen Personen sind ganz und gar keine klischeehaften Charaktere. Vor allem die Familie, bei der Julie dann wohnt, kommt manchmal echt seltsam rüber, aber auf eine positive Art seltsam. Zwar scheint jeder ganz okay auszusehen - ich kann mich zumindest an keine "hässlichen" Personen erinnern -, dafür haben sie aber ganz eindeutig Macken im Charakter und komische Angewohnheiten, vor allem wenn's um den Kleidungsstil geht. Celeste und ihr Schürzenkleid und dann natürlich noch Matt mit seinen Sprüche-T-Shirts. Und dass macht das Ganze eben auch noch ein Stück realer, weil echte Menschen auch Macken haben und etwas seltsam sein können. Andererseits ist diese Familie auch nicht nur ein bisschen seltsam, sie ist definitiv seltsam, aber da das einen bestimmten Grund hat (ähem, Pappfigur) finde ich das auch nicht weiter schlimm :)
Was mich allerdings ein wenig stört ist die Tatsache, dass Beschreibungen von Orten und Klamotten teilweise echt lang sind. Manchmal ergibt es noch Sinn, da ist es auch irgendwie wichtig, um die Personen zu verstehen, aber dann wieder...Es interessiert doch wirklich keinen, dass Julies Kleid Träger hatte, die sich am Rücken überkreuzten und man sie dort zu einer Schleife binden konnte. Dass es rot war und Julie darin süß aussah, reicht doch eigentlich völlig! Aber guuut, wenn die Autorin meint, das einem mitteilen zu müssen...So ab der Hälfte sind mir die Beschreibungen dann zum Glück nicht mehr so aufgefallen.
Was ich wiederum richtig richtig gut finde, ist der Schreibstil von Jessica Park. Sie hat es irgendwie geschafft, das Buch aus einer Mischung aus hochgestochenen Wörtern und Jugendslang zu schreiben und die Dialoge triefen teilweise nur so vor Sarkasmus. Das hat einen echt hohen Unterhaltungswert und wahrscheinlich konnte ich das Buch deswegen so verschlingen, es lässt sich einfach so gut und einfach lesen.
So und jetzt mein großes Minus: Das Ende war mir zu kitschig. Das ganze Buch über hat die Autorin es geschafft, ohne viel Herzschmerz und Co. auszukommen und das ist bei einem Liebesroman wirklich eine Leistung. Dass es zum Ende hin ein bisschen kitschiger wird, war wahrscheinlich zu erwarten. Aber irgendwie hat Jessica Park dann auf den letzten paar Seiten alle Klischees und allen Kitsch ausgepackt, die sie bis dahin zurückgehalten hat und das fand ich dann einfach nicht wirklich toll. Weil es nicht zum Rest des Buchs passt.
Und noch eine Kritik: Das Buch war meiner Meinung nach vorhersehbar. Die Vermutung, wie es ausgehen könnte und was der Grund für das ganze Drama im Buch war, kam bei mir einfach viel zu früh auf. ich hab mich zwar manchmal schon noch gefragt, ob es nicht doch anders wäre, aber dann war es am Ende eben doch so, wie ich es erwartet hatte und das hat mich schon ein wenig enttäuscht, weil ich es liebe, wenn ein Buch mich überrascht und die Hinweise so klein waren, dass man sie erst beim zweiten Mal lesen entdeckt. Schade, dass es hier nicht so war...

Fazit


Ich würde sagen, das Buch ist ganz solide, ich werd es nicht hinter "besseren" verstecken müssen, weil ich den Kauf bereut hab. Der Schreibstil ist wirklich cool und ich musste schon ein paar Mal lachen, weil die Dialoge auch sehr cool sind. Es ist zwar ein wenig vorhersehbar, aber ist an sich ein Buch, das man mal lesen kann :) Von mir bekommt der Roman 3,5 von 5 Sternen.

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