Samstag, 6. Januar 2018

Die Chroniken der Verbliebenen – Der Kuss der Lüge

Autor: Mary E. Pearson
Verlag: ONE
Seiten: 556
Erscheinungsdatum: 16. Feburar 2017
weitere Bücher des Autors: 
Unterbrich mich nicht, Gott, Zweiunddieselbe, Ein Tag ohne Zufall, Nieundewig, Die Chroniken der Verbliebenen (Der Kuss der Lüge, Das Herz des Verräters, Die Gabe der Auserwählten, Der Glanz der Dunkelheit)









Klappentext


Ein Befehl, und das Licht gehorcht.
Ein Wink von ihr, und Sonne, Mond und Sterne fallen auf die Knie und erheben sich wieder.
Sie ist Lia, Königstochter von Morrighan.
Am Tag ihrer Hochzeit entflieht sie ihrem goldenen Käfig und lässt ihr bisheriges Leben hinter sich.

Weit entfernt von Morrighan heuert Lia in einer Taverne an. Dort lernt sie eines Abends zwei Männer kennen, die sofort ihre Aufmerksamkeit erregen.
Was sie nicht weiß: Die beiden sind auf der Suche nach ihr. Einer wurde ausgesandt, um die Königstochter zu töten. Und der andere ist ausgerechnet jener Prinz, den sie heiraten sollte. Schnell fühlt Lia sich zu beiden hingezogen. Und ahnt nicht, dass sie längst in großer Gefahr schwebt...

Meine Meinung


Zur Buchgestaltung
Gut, das Cover ist jetzt nichts Weltbewegendes. Darauf ist – inzwischen ja obligatorisch bei Jugendbüchern – ein Mädchen zu sehen, im weißen Kleid und mit einem Blumenkranz im Haar. Sie steht mitten im hohen Gras und schaut vom Betrachter weg. Im Hintergrund sieht man noch zwei Personen, die man nicht so wirklich erkennen kann.
Was ich am Cover ja sehr mag, ist der dunkle Himmel, der sieht richtig unheilvoll aus. Aber andererseits ist das eben wieder so ein typisches Cover und – was ich ja auch ein bisschen schade finde – das Mädchen hat nicht viel mit der Protagonistin Lia gemein. Die ist nämlich dunkelhaarig, nicht blond. (Ich weiß, jetzt werde ich wirklich kleinkariert)
Sehr schön gestaltet ist aber auch die Karte im Buch. Ich mag, wie sie gezeichnet ist und natürlich kann man sich mit ihrer Hilfe um einiges besser zurechtfinden.
Nur blöd, dass ich den Umschlag vor Kurzem im Zug vergessen habe. Zum Glück habe ich das Bild hier schon vor Längerem gemacht, aber jetzt liegt ein "nacktes" Buch bei mir herum 😭

Zum Buch
Das Buch ist mal wieder ein super Beispiel dafür, wie wenig Zeit ich momentan zum Bloggen finde, denn ich habe es schon seit fast einer Woche zu Ende gelesen und bin noch nicht dazu gekommen, die Rezension zu schreiben. Schande über mich, ich bin im Moment wirklich schlimm 🙈
Und das liegt auch echt nicht am Buch, gelesen war es ja ziemlich schnell. "Der Kuss der Lüge" ist ja ein Buch, das ich mir als Prämie in der Lesejury ergattert habe und das ich seitdem wirklich gerne lesen wollte – was ich bin jetzt nicht geschafft habe, aber endlich eben doch. Mir hat das Buch ganz allgemein auch ganz gut gefallen. Die Geschichte ist ja wirklich interessant. Lia ist die Tochter des Königs von Morrighan und soll nun an den Prinzen von Dalbreck verheiratet werden, den sie noch nicht einmal gesehen hat. Deshalb flieht sie zusammen mit ihrer Freundin Pauline in das kleine Städtchen Terravin, fängt an, dort als Schankmädchen zu arbeiten. Und trifft dort zwei interessante junge Männer. Was Lia nicht weiß: Der eine ist ein Attentäter, der sie umbringen soll, der andere ebenjener Prinz, den sie heiraten sollte.
Die Handlung ist auch wirklich interessant und nicht so vorhersehbar, wie man es vielleicht erwarten würde. Am spannendsten fand ich es zu spekulieren, wer der Prinz ist und wer der Attentäter, in der Hinsicht tappt man nämlich eine ganze Zeit lang im Dunkeln. Ich habe die Auflösung zwar schon sehr bald geahnt, war mir aber durch einige Andeutungen im Buch immer wieder nicht mehr ganz so sicher, ob es wirklich so ist.
Was die sonstige Spannung angeht, ist die im Buch nicht ganz so gelungen aufgebaut. Den Anfang des Buches habe ich sehr schnell lesen können. Die Flucht, die ersten Tage in Terravin, das erste Aufeinandertreffen mit den beiden Männern – das fesselt einen schon. Danach jedoch plätschert die Handlung eher so vor sich hin, es passiert ganz einfach nicht viel. Hier hätten schon einige Seiten eingespart werden können. Es gibt zwischendurch dann nochmal eine spannendere Passage und wieder einen eher zähen Teil, aber das Ende ist wieder sehr spannend. tatsächlich fand ich das Ende so gut und Cliffhanger-mäßig gemein, dass ich mir direkt Teil 2 besorgen musste! Trotzdem, dieses Auf und Ab an Spannung war wirklich etwas seltsam.
Der Schreibstil von Mary E. Pearson hat mir aber ganz gut gefallen. Sie schreibt in der Ich-Perspektive und Vergangenheitsform und ihr Stil ist ganz allgemein etwas altertümlich anmutend. Das passt aber auf jeden Fall zu der Zeit, in der die Geschichte spielt, denn die erinnert an ein früheres Jahrhundert. Ich konnte mir auch die Orte und Personen ziemlich gut vorstellen und das ohne dass viel beschrieben worden wäre. Bei Orten schon mehr, aber von den Charakteren wurde nur ab und an mal die Haarfarbe gesagt oder ein anderes Detail, eben dann, wenn es gepasst hat. Eine schöne Abwechslung zu den vielen Teenie-Büchern, in denen x-mal geschrieben wird, welche Augenfarbe diese und jene Person hat. Ich meine, klar, hier werden auch die beiden männlichen Protagonisten ein bisschen öfter beschrieben, aber nun wirklich nicht so krass und penetrant.
Auch die Gefühle der Figuren kamen ganz gut an, ich konnte vieles nachempfinden und es gab sowohl Szenen, die für ein bisschen Bauchkribbeln gesorgt haben als auch solche, die mich wütend oder traurig gemacht haben.
Am besten fand ich aber fast die Protagonisten. Bei den wichtigsten hatte ich das Gefühl, sie gut zu kennen und zu verstehen, die Autorin hat die Charaktere also echt gut beschrieben.
Berdi, die strenge, aber doch auch herzliche Wirtin, und Pauline, Lias beste Freundin, die ein wenig blauäugig wirkt. Und auch die beiden männlichen Protagonisten, Rafe und Kaden. Sehr zu meiner Überraschung war es jedoch Lia, die mir am sympathischsten war. Sie ist nicht dieses kleine Prinzesschen, das verwöhnt ist und nicht auf sich selbst aufpassen kann, das nach ihrer übereilten Flucht von einer Zwickmühle in die nächste gerät. Nein, sie weiß sich zu verteidigen und das wirkt auch nicht so an den Haaren herbeigezogen. Lia ist ganz einfach eine starke Persönlichkeit, die zwar auch mal Fehler macht, danach aber jedes Mal wieder aufsteht, weitermacht, sich nicht geschlagen gibt. Ihre Haltung á la "Ich lass mir nichts gefallen" fand ich wirklich cool, also ist sie eine der wenigen Protagonistinnen aus Jugendbüchern, die ich tatsächlich mag und die mich nicht auf jeder Seite aufs Neue nervt.

Mein Fazit


Whoop whoop, das erste Buch im neuen Jahr ist gelesen und es hat mich wirklich nicht enttäuscht. "Der Kuss der Lüge" ist ein solider Reihenauftakt, der zwar nicht immer ganz so spannend ist, der mich jedoch besonders durch seine starke Protagonistin überzeugen konnte. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.
Gleichzeitig habe ich auch die erste Aufgabe meiner neuen Challenges 2018 geschafft. Für die 4 Jahreszeiten Challenge habe ich ein Buch gelesen, das mehr als 400 Seiten lang ist, und für die LovelyBooks Themenchallenge ein Buch, das schon lange ungelesen bei mir im Regal steht, war hier mit etwa einem halben Jahr zwar nicht das am längsten bei mir herumliegende Buch ist, aber dennoch lange.

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