Dienstag, 11. Oktober 2016

Der letzte Stern

Klappentext


Vier Tage - mehr bleiben nicht mehr bis zur fünften, tödlichen Welle, mit der die Anderen alles zerstören und die Menschheit ausrotten wollen. Gemeinsam mit einer Handvoll Getreuen schmiedet Cassie in einer geheimen Unterkunft einen tollkühnen Plan, um im letzten Augenblick doch noch das Blatt zu wenden: Sie werden in die Offensive gehen, ins Herz des feindlichen Lagers vordringen und die Anderen von innen heraus vernichten. 
Doch kann ein solcher Angriff gelingen? Und sind sie wirklich alle in ihrer kleinen Truppe auf Cassies Seite? Oder hat der Feind sie schon unterlaufen, heimlich Misstrauen und Zwietracht gesät, seine Spione eingeschleust? Cassie beschließt das Risiko einzugehen, auch weil es keinen anderen Ausweg zu geben scheint. Und so rüsten sie zum letzten großen Kampf - einem Kampf ohne Wiederkehr und mit ungewissem Ausgang...

Meine Meinung


Zur Buchgestaltung
Wie schon bei seinen Vorgängern finde ich die Gestaltung von "Der letzte Stern" richtig gelungen: Ein Felsvorsprung, auf dem man ein Mädchen sieht, das einem den Rücken zukehrt, auf die Ebene unter sich hinabblickt. Die einzigen Farben, die man sieht, sind schwarz und eine Art rosegold, was das Buch von "Die 5. Welle" und "Das unendliche Meer" abhebt, die golden waren. Ein bisschen schade, dass der dritte Teil da ein bisschen aus der Reihe fällt, denn ich hätte das eher einheitlich gemacht, alle gold, oder, wie bi den englischen Ausgaben, dass wenigstens alle drei Bücher andere Farben haben, Trotzdem richtig schön, das Ganze sieht nach Sonnenaufgang auf, was zum Buch passt, weil es hier viel um Hoffnung geht... Und natürlich ist auch das Symbol der Reihe wieder auf dem Cover zu finde, die Umrisse einer Eule, direkt hinter dem Cover. Dieses Mal sieht es aus, als würde sie aufsteigen, was auch wieder ganz gut zum Inhalt passt :)

Zum Buch
Wow! Was für ein Abschluss der Reihe! Ich war ja doch ziemlich skeptisch, wie der Autor die Reihe denn bitteschön beenden wollte. So viele offene Fragen, die noch geklärt werden wollten, und so wenig Hoffnung auf ein gutes Ende der Geschichte, weil der Fein so übermachtig erscheint. Irgendwie hat Rick Yancey es trotzdem hinbekommen, dass zum Schluss alles gepasst hat. Aber dazu später.
Die Handlung beginnt einige Zeit nach dem Ende des zweiten Buches. Cassie, Ben, Evan, Sammy, Dumbo und Megan haben im Haus eines toten Silencers Zuflucht gesucht, haben sich ausgeruht und schmieden jetzt Pläne für das, was noch kommen wird. Ben will sich unbedingt af die Suche nach Ringer und Teacup machen, die vor so langer Zeit weggegangen und noch nicht wieder zurück sind. Ringer flieht derzeit vor Vosh, nachdem der sie aufgerüstet hat. Auch sie will ihre Freunde wiederfinden, weiß aber nicht, wie sie mit den Wahrheiten, die sie herausgefunden hat, umgehen soll. Vosh will außerdem Evan Walker haben, der aus irgendeinem Grund nicht so handelt, wie es geplant war, nämlich dass er statt Menschen lieber Andere umbringt. Über dem allen steht eine weitere Bedrohung: Die Anderen werden in vier Tagen ihren letzten Zug machen, werden Bomben auf die Erde werfen, um die Städte zu zerstören und damit den Startschuss für den endgültigen Untergang der Menschheit machen.
"Der letzte Stern" ist ein wenig anders unterteilt als seine Vorgänger. Statt mehreren Teilen, die jeweils aus einer einzigen Sichtweise erzählt werden, gibt es genau viel Teile, die jeweils einen Tag umfassen, denn der Großteil der Handlung spielt eben in diesen vier Tagen, bevor der letzte Schlag der anderen fällt. Über den Kapiteln steht dann, aus wessen Sicht der Autor gerade schreibt, und erst, wenn ein anderer Name beim Kapitel steht, gibt es eine andere Sichtweise. Das gefällt mir viiiieeeel besser als diese Blöcke, die man in Teil 1 und 2 vorgesetzt bekommt! Jetzt muss man nicht mehr ganz so lange warten, bis eine andere Sichtweise anfängt :D Außerdem kommen einige verschiedene Perspektiven vor. Eigentlich sind es alle, die man in den bisherigen Bänden schon einmal hatte, zumindest die Personen, die noch leben, plus noch ein paar Extras. Teilweise hab ich mich darüber gefreut - Ben!! :D - teilweise nicht ganz so - mit Evan werd ich einfach nicht warm...
Es ist immer noch so, dass ich finde, die Sichtweisen unterscheiden sich nicht stark genug. Zwar schon ein bisschen, aber man merkt, dass der Autor ein paar Phrasen ganz toll findet, die gingen mir dann irgendwann ein wenig auf die Nerven. Ansonsten ist der Schreibstil wieder richtig cool, Rick Yancey versteht sich einfach darauf, Gedanken passend aufzuschreiben und Spannung zu erzeugen.
Zu den Charakteren...Ich mag es, wie der Autor, die verschiedenen Charaktere erschaffen hat, aber dadurch mag ich manche eben gar nicht. Andere wiederum schon, Cassie zum Beispiel kann ich ganz gut leiden. Sie ist nicht perfekt, macht eigentlich alles bloß, um ihren kleinen Bruder zu beschützen und tickt aus, wenn der das ABC vergisst. Sie ist so menschlich, mit Ecken und Kanten und deswegen auch wirklich cool und sympathisch. Ben alias Zombie ist ja sowieso mein Lieblingscharakter, ich hab mich unglaublich gefreut, als ich gesehen hab, dass man auch mal wieder was aus seiner Sicht sieht, das hat mir im letzten Teil ja gefehlt. Seine Gedanken zu den anderen - Cassie, Ringer, Evan und auch Sam - haben mir irgendwie gefehlt. Er ist ebenfalls nicht perfekt, hat seit dem Ankommen der Anderen einige Fehler gemacht die ihm zu schaffen machen und seine jetzigen Entscheidungen stark beeinflussen. Dann Sammy, der kleine Nugget, der im ersten Band einfach nur sooo süß war... Schon in Teil 2 hat man gemerkt, dass er sich verändert hat, spätestens als er mit einer Pistole in der Hand wild drauflos schoss, und jetzt wird noch viel klarer, dass er knallhart geworden ist. Er hat Bär an Megan weitergegeben, hält lieber eine Schusswaffe in der Hand als sein altes Kuscheltier...Trotzdem ist er immer noch total süß :)
Wen ich wiederum nicht mag, ist Evan. In Teil 1 war er noch aushaltbar, aber danach wurde er zu diesem pseudo-geheimnisvollen, gequälten Kerl, der selbst Cassie das ein oder andere Mal auf die Nerven fällt, ich fand dabei den Vergleich mit dem Dichter sehr gut^^ Und Ringer...sie kann ich langsam auch nicht mehr leiden, mit ihrer analysierenden Art und wie sie sich für was Besseres hält, wie sie sich sogar vor ihrer Aufrüstung für was Besseres gehalten hat. Ich kann Cassie da nur zu gut verstehen, sie ist mir auch absolut unsympathisch. Blöd, dass sie einen der größeren Parts in der Geschichte einnimmt...
Es gibt gang schön viel, über das man nachdenken muss in diesem Buch. Was genau sind die Silencer eigentlich? Wirklich Außerirdische, oder doch, wie Vosh Ringer erzählt hat, nur aufgerüstete Menschen, die denken, sie wären Außerirdische? Wer ist Vosh? Er schein einer der wenigen zu sein, die ungefähr wissen, was vorgeht, aber ist er auch ein Mensch? Sind die Anderen je auf der Erde gewesen? Wollen sie die Erde neu besiedeln oder sie einfach nur zerstören? Die große Frage des Warum...
Es werden ganz klar nicht alle dieser Fragen geklärt, ich blieb auch mit dem ein oder anderen "Hä?!" zurück, als ich mit dem Buch durch war. Was ich nicht ganz so schlimm finde, Rick Yancey hat meiner Meinung nach einen ziemlich guten Abschluss hingelegt, den ich so auch nicht erwartet hätte. Man hatte vorher vielleicht die ein oder andere Vermutung und dann...etwas vollkommen anderes, etwas, das man nicht unbedingt voraussehen konnte. Ich jedenfalls bin zufrieden mit dem Ende, also bis auf vielleicht die ein oder andere Kleinigkeit, aber am Schluss wurde es nochmal ziemlich emotional, niemand kommt hier ungeschont davon, auch nicht der Leser :)


Mein Fazit


Ein würdiger Abschluss, mit einem Ende, das so auf jeden Fall stehen bleiben kann! "Der letzte Stern" hat eine Reihe so gut beendet, mit einer spannenden Story, Charakteren, die einfach echt wirken - ob jetzt sympathisch oder nicht sei mal dahingestellt - und einem Schreibstil, den den Leser mitten ins Geschehen zieht. Wer hofft, dass alles von dieser seltsamen Alieninvasion aufgeklärt wird, wird enttäuscht werden, man bleibt eindeutig mit Fragezeichen im Hirn zurück, aber ich finde, das passt trotzdem ganz gut, deswegen gebe ich dem Buch 4 von 5 Sternen :D

Kommentare:

  1. Für alle die der Letzte stern noch nicht gelesen haben-ACHTUNG SPOILER!!! Ist Cassie jez eigentlich tot? ;-

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    1. Ja, sie ist in diese Raumkapsel gestiegen, zum Schiff der Außerirdischen hoch und hat es in die Luft gesprengt - jedenfalls so weit ich mich erinnere ist das so gewesen...

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    2. wie ist sie denn gestorben ;(...das hab ich nicht so verstanden...

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    3. Hast du garnicht aufgepasst? Sie hat das schiff gesprengt!

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    4. Genau, und damit auch sich selbst

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  2. Für alle die der Letzte stern noch nicht gelesen haben-ACHTUNG SPOILER!!! Ist Cassie jez eigentlich tot? ;-(

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