Montag, 26. Oktober 2015

Shadow Falls Camp - Entführt in der Dämmerung

Klappentext


"Geh, und stell dich deiner Vergangenheit - dann wirst auch du deine Bestimmung finden!"
Diese geheimnisvolle Prophezeiung geht Kylie nicht mehr aus dem Kopf. Gemeinsam mit Hexen, Vampiren, Gestaltwandlern, Feen und Werwölfen ist sie im Shadow Falls Camp - und Kylie hat keinen sehnlicheren Wunsch, als endlich herauszufinden, was sie ist.
Doch auf der Suche nach ihrer Vergangenheit taucht ein Geist auf, der immer wieder eine mysteriöse Warnung wiederholt:
"Jemand wird leben...aber jemand anderes muss sterben."
Sind Kylies Freunde in Gefahr? Kylie muss ihre Lieben beschützen und versuchen, endlich das Geheimnis ihrer Identität zu lösen - die ganz anders ist, als sie es sich hätte vorstellen können.

Meine Meinung


Zur Buchgestaltung:
Das Cover passt perfekt zu denen der Vorgänger, nur ist es diesmal grün und man sieht Wälder, Hügel und einen Fluss von einem erhöhten Standort aus. Ansonsten ist nur wieder ein Mädchen von hinten abgebildet. Alles in allem wieder schön gestaltet.

Zum Buch:
So. Nach dem kleinen Cliffhanger am Ende des zweiten Bandes, als Kylies Adoptiv-Großeltern vorbeikommen, will man ja schon wissen, was jetzt los ist. Man will endlich Antworten auf die Fragen bekommen, die sich Kylie im Buch ja auch die ganze Zeit stellt. Die Wichtigste: Was ist Kylie.
Doch wer jetzt unbedingt die Antworten haben will, wird enttäuscht. Also geht auch in Band 3 der Reihe das Quizspiel à la "Welche Art Übernatürliche bin ich?" für Kylie weiter. Dazu kommt wieder ein Geist, dem sie helfen muss, obwohl der sich selbst nicht mehr erinnert, was denn eigentlich los ist. Heißt, man kriegt nach und nach Puzzleteile dazu, was denn geschehen sein könnte und wer der Geist denn eigentlich ist, und die man am Ende zusammensetzen kann, um die Lösung zu bekommen, ganz im Krimi-Stil. Ganz interessant hier noch die Warnung, die der Geist immer wieder wiederholt:
"Jemand wird leben...aber jemand anderes muss sterben."
Da fragt man sich dann natürlich die ganze Zeit, was passieren wird. Denn obwohl Shadow Fall Camp eigentlich eine ziemlich friedliche Reihe ist, wird dann doch mal jemand sterben - uhuu^^
Auch wieder dabei ist in dem Band die dunkle Bedrohung, aber bis auf das Ende wird es nicht so wirklich actionreich-spannend, auch wenn die Autorin das ein paar Mal versucht. Sorry, haut nicht so ganz hin.
Und, ganz großes Thema wieder einmal, die Liebe. Ich muss ja ganz ehrlich sagen, ich finde Kylies Liebesprobleme langsam echt nervig und vor allem auch übertrieben! Es wird so viel Drama um sie gemacht, gefühlt jeder Zweite im Camp will was von ihr und schwört, sie zu lieben beziehungsweise denkt, dass sie Seelenverwandte sind. Meine Güte, das Mädchen ist grade mal 16! Und - auch ganz tolle Kylie-Logik - anscheinend darf Derek nicht auf sie wütend sein. Hey, Kylie ist in Sachen Jungs megalaunisch. ich meine, am Anfang flirtet sie mit Derek, mag dann auf einmal ach noch Lucas und entscheidet sich so ziemlich für ihn, bis er abhaut. Woraufhin Kylie sofort was mit Derek anfängt und als der auch mal kurz weggeht, fängt die Lucas-Geschichte wieder an. Aber nein, wieso sollte da jemand wütend auf Kylie sein? Was ich ja auch vollkommen daneben finde, ist Kylies Einstellung dazu, warum man mit Leuten zusammen sein sollte oder nicht. "Wenn er jetzt hässlich oder eklig gewesen wäre, hätte es Kylie noch verstanden." Wie oberflächlich ist das denn bitte? Aber Kylie ist ja sowieso manchmal echt seltsam. Zum Beispiel auch, was ihre Flirt-Techniken anbelangt, da frag ich mich doch manchmal, wo sie die her hat. Was ich aber noch schrecklicher finde, ist, wie Lucas in diesem Band zum Softie und Herumschnulzer mutiert. Vorher war er eigentlich immer total cool, düster und geheimnisvoll. Und auf einmal fängt er an Sachen zu sagen wie:
"Ich mag es, wie du niest. Es klingt total süß und trotzdem sexy." (Bitte?? Sexy niesen??)
"Es gibt nichts an dir, was mich nicht fasziniert."
Der Kerl ist 18, da sollte man noch nicht so durch die Gegend schnulzen, vor allem nicht als Kerl!
Ich frag mich aber sowieso immer, was alle an Kylie so toll finden, ich mag sie nämlich immer noch nicht. Sie jammert herum weil sie ja sooo viele tolle neue Gaben hat und gar nicht weiß, was sie mit denen alles anfangen soll. Und dann ist da noch Kylies Way-of-Fighting: Ihr wird der Arm so festgehalten, dass ihr fast der Knochen bricht und weil sie einen richtigen Streit verhindern will sagt sie:
"Würdest du freundlicherweise meinen Arm loslassen?" Ähm, schon klar...Hört sich leicht an wie aus dem 18. Jahrhundert, wieso sagt sie nicht gleich: "Besäßest du die unendliche Freundlichkeit aufzuhören, meinen Arm zu belästigen?" Kylie ist 16 Jahre alt, das Buch spielt in der heutigen Zeit, wieso also lässt sie solche Sachen los?! Aber das ach so liebe Mädchen ist ja anscheinend eine Art Mutter Teresa der Übernatürlichen. Als ich das gelesen hab, musste ich schon lachen ;)
Zwischendurch auch mal ein bisschen was Positives: Della, Kylies Vampir- Freundin/Mitbewohnerin ist im Gegensatz zu Kylie richtig cool. Sie ist wenigstens nicht immer so ein Sonnenschein, kann auch mal zickig werden und ist oft schlecht drauf und wirkt dadurch einfach viel menschlicher. Oder die kleine Liebesgeschichte zwischen Miranda und Perry, die wirklich ganz süß ist.
Es gibt aber auch noch mehr Sachen, die mich in der "Shadow Falls Camp"-Reihe so richtig nerven. Zum Beispiel, wie alles x-mal wiederholt wird. Ich meine, dass am Anfang nochmal gesagt wird, was bisher so passiert ist, ist ja schön und gut, aber auch innerhalb eines Bandes wird gefühlt hundertmal gesagt, dass so ziemlich alle Übernatürliche Angst vor Geistern haben und dass Lucas blaue Augen hat. Ja, okay, ich hab's kapiert! Und dann sind da wieder so Fragen, die ich mir beim Lesen gestellt habe:
Trägt im Camp oder oft auch außerhalb eigentlich niemand andere Schuhe als Sportschuhe? Ist schon echt auffällig langsam...
"Wut blitzt in den goldenen Sprenkeln seiner Augen auf." Ist ja schön, Derek kann ja grüne Augen mit goldenen Sprenkeln haben, aber wie erkennt man denn, dass genau in diesem ach so tollen Sprenkeln die Wut aufblitzt?
"Es war nur ein Adler"?! Verdammt, wenn ein Adler vor meiner Nase runterstürzt, dann kriegt man es doch wohl mit der Angst zu tun, sowas passiert doch nicht jeden Tag, da kann man noch so ein harter Werwolf sein!
Apropos Werwolf: Kann man denn wirklich mit 7 Jahren schon maskulin aussehen? Werwolf hin oder her, man ist da noch ein kleines Kind!
Und es ist schon krass, wie Leute anscheinend beim Knutschen und Rummachen bespannert und dann auch noch fotografiert werden^^
So, nach dem ganzen Hin und Her im Buch kommt dann wie üblich am Ende nochmal ein Showdown, was ja echt spannend geschrieben ist, die Ereignisse überschlagen sich da - nur dauert das ganze vielleicht grade mal 10 Seiten...Aber das Ende dann mal wieder ein Cliffhanger und ich will wissen, wie es weitergeht. Gut gemacht von der Autorin :)

Fazit


Ja, was soll ich groß dazu sagen? Auch der dritte Band haut mich nicht so wirklich weg. Er ist ganz passabel geschrieben und auch einigermaßen spannend, aber nicht genug, um sagen zu können: "Wow, das hat mich jetzt von Hocker gehauen!" 
So für zwischendurch kann man es mal lesen, ansonsten eher nicht. Nur 2,5 von 5 Sternen von mir.

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