Samstag, 13. Februar 2016

Tote Mädchen lügen nicht

Klappentext


Als Clay aus der Schule nach Hause kommt, findet er ein Päckchen mit Kassetten vor. Er legt die erste in einen alten Kassettenrecorder, drückt auf "Play" - und hört die Stimme von Hannah Baker.Hannah, seine ehemalige Mitschülerin. Hannah, für die er heimlich schwärmte. Hannah, die sich vor zwei Wochen umgebracht hat. Mit ihrer Stimme im Ohr wandert Clay durch die Nacht, und was er hört, lässt ihm den Atem stocken. 13 Gründe haben zu ihrem Selbstmord geführt, 13 Personen hatten ihren Anteil daran. Clay ist einer davon...

Meine Meinung


Zur Buchgestaltung
Das Cover ist schon echt cool. Ganz in rot gehalten, mit der schwarzen, abblätternden Schrift sieht es einfach toll aus und passt richtig gut zum Inhalt. Vor allem dann noch die schleimig hingemalten dreizehn Striche, die dir sagen wollen: Ja, 13 Leute sind schuld daran, dass ich tot bin! 

Zum Buch
Hier habe ich ja schon lange überlegt, es mir zu kaufen. Es muss schon Jahre her sein, dass ich das Bild des Buches hinten in einem anderen Buch von Jay Asher fand und mir dachte: "Hey, das hört sich doch interessant an!" Nur hab ich es mir nicht gleich gekauft. Das war wohl die Phase, in der ich lauter neue Fantasy- und Science-Fiction-Trilogien angefangen habe, da hatte ich dann doch nicht gaaanz so viel Zeit zum Lesen ;)
Irgendwann kam es dann auf meine Liste der Bücher, die ich mir mal kaufen wollte und als ich mal mit meiner Schwester im Hugendubel war und sie meinte, "Tote Mädchen lügen nicht" würde sich interessant anhören, habe ich gleich mal meinen Besitzanspruch geltend gemacht. Ich wollte das Buch haben, es hörte sich einfach zu gut an!
Gekauft hab ich das Buch dann ganz spontan. Ich hatte ein wenig Zeit und wie ich das öfter mache, hab ich mich in den Hugendubel gesetzt und gelesen. Und zwar dieses Buch. Ich wollte herausfinden, wie der Schreibstil ist und ob ich es mir wirklich mal kaufen sollte. Nach ein paar Seiten hab ich es weggelegt und sofort mitgenommen. Warum ich es weggelegt habe? Ich hatte gerade noch zu lesen und wusste, wenn ich hier einmal richtig anfangen würde, würde ich nicht so schnell wieder loskommen. Und ich hatte Recht. Gerade mal einen Tag hat es gebraucht, um das Buch zu lesen, ich konnte mich kaum davon loseisen, so spannend war es!
So, dann mal ein wenig zum Inhalt: Der Klappentext ist hier mal eine richtige Ausnahme und passt auch wirklich hundertpro zum Inhalt! Es wird hier nichts dazuerfunden oder irgendwas vorweggenommen, er beschreibt einfach nur richtig klasse, was man sich vom Buch erwarten kann.
Der Aufbau des Buches ist folgendermaßen: Statt Kapitel gibt es hier die einzelnen Kassetten, jede mit ihrer eigenen Geschichte. Man hört hier aber nicht bloß die Kassettten an, nein, man hört auch gleichzeitig Clays Gedanken. Es sind quasi zwei Handlungsstränge, die parallel verlaufen. Hannah erzählt von ihren Gründen für den Selbstmord, Clay hört es sich an, fragt sich, welche Rolle er dabei spielt, wird wütend, traurig, depressiv... Er hört sich die ganze Nacht Hannahs letzte Worte an ihn an und wandert dabei durch die Stadt, verfolgt die Geschichte, die ihm erzählt wird. Es ist richtig spannend und zwar von Anfang an. Nach den ersten paar Seiten legt er schon die erste Kassette ein und hört die Stimme eines toten Mädchens, die allen, die sich die Kassetten anhören eine Teilschuld an ihrem Selbstmord gibt. Als Leser ist man total gebannt, fragt sich genauso wie Clay, was denn die Gründe waren, was er damit zu tun hat, wann kommt welche Geschichte ans Tageslicht und vor allem: Wer sind die "Schuldigen"? Während Clay durch die Stadt läuft, begegnet er auch der ein oder anderen Person und irgendwie könnte jeder von ihnen auf den Kassetten sein. Ich hab richtig am Buch geklebt, bin kaum davon losgekommen, um diese Fragen beantworten zu können...
Was mich ein wenig gewundert hat, ist, dass dieses Mädchen, das sich selbst umgebracht hat, das beim Aufnehmen der Kassetten genau wusste, was sie machen wollte, so gar nicht wie ein Opfer wirkt. Natürlich, das ein oder anderen Mal fällt es ihr nicht gerade leicht, das alles zu erzählen, aber sie wirkt trotzdem so taff, macht ihre Witze und erzählt ihre Geschichte ungeschönt. Das ist etwas, das mich positiv überrascht hat.
Ich hab auch mal aus Neugier nach schlechten Rezensionen zu dem Buch geschaut (wirklich nur ein sehr kleiner Teil, der das Buch überhaupt nicht gemocht hat) und ich kann echt nicht verstehen, warum sie es nicht mochten. Klar, jeder hat seine eigene Meinung dazu und so, aber so oft wurde gemeckert, dass die Gründe ja total unzureichend für einen Selbstmord wären, deswegen würde sich im echten Leben nie und nimmer jemand umbringen!
Meiner Meinung nach ist es genau das, was im Buch eine große Rolle spielt. Es scheint so, als wären die Gründe nicht ausreichend für einen Selbstmord, als hätte niemand was Schlimmes getan, aber es sind oft Kleinigkeiten, die etwas Großes auslösen und jede der dreizehn Personen hat etwas Kleines getan, das eine große Reaktion ausgelöst hat und das alles zusammen hat dann zu einem Ergebnis geführt. 

Mein Fazit


Eigentlich ist das Buch eher ein Psychothriller für Jugendliche. Megaspannend, die Botschaft, dass auch Unwichtiges schwere Folgen haben kann und eine Idee, die wirklich wirklich gut ist. Ich konnte das Buch wirklich kaum aus der Hand legen, es hat mich echt umgehauen! Ich könnte jetzt auch gar nicht sagen, für wen genau das Buch etwas ist. Wahrscheinlich für jeden, denn obwohl es eher an Jugendliche gerichtet ist, ist das Thema total ernst und auch etwas für Erwachsene. Etwas, das man als Bücherfan lesen muss und das mehr als viele andere 5 von 5 Sternen verdient!

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