Samstag, 21. Mai 2016

Auf den ersten Blick

Klappentext


Schon seltsam, wie die Dinge im Leben manchmal laufen. Seit Wochen bläst Jason Trübsal, weil seine Ex-Freundin einen anderen heiraten will, und dann steht eines Tages plötzlich seine Traumfrau vor ihm. Sie kämpft mit der Tür eines Taxis und hat den Arm voller Taschen und Einkaufstüten, als Jason ihr auf der Charlotte Street begegnet. Aus einer der Tüten lugt ein kleiner Kaktus hervor, der herauszufallen droht. Jason bietet seine Hilfe an, und da schenkt ihm die schöne Unbekannte ein Lächeln. Ein unglaublich hinreißendes Lächeln, das Jason verzaubert. Das sich ihm einbrennt. Das ihn wie schockgefroren auf der Straße stehen und grinsen lässt. Als er wieder zu sich kommt, ist das Taxi weg und mit ihm die Frau. In den Händen hält Jason eine Einwegkamera, die aus einer der Taschen gefallen sein muss. Darauf sind zwölf Bilder, die sein bester Kumpel Dev entwickeln lässt. Anhand der Hinweise auf den Fotos begeben sich die beiden auf eine Spurensuche kreuz und quer durch London. Die Suche nach der Traumfrau hat begonnen.

Meine Meinung


Zur Buchgestaltung
Ich würde sagen, das Buch sieht aus wie ein Liebesroman. Die schwarzen Silhouetten des sich küssenden Paares auf blassgelbem Hintergrund (ehrlich gesagt nicht so ganz meine Farbe^^), mit Londons Skyline noch zu sehen. Gleichzeitig ist das aber nur ein Bild bzw mehrere zusammengefügte Bilder auf dem Cover, was ja auch zur Geschichte passt, da die Hauptperson da Bilder findet und sich dadurch, Stück für Stück, die Inhaberin der Bilder vorstellt. Also passt das Cover auf jeden Fall zum Buch, aber es ist nichts Besonderes, nichts, was mir im Gedächtnis bleiben wird, weil es schon tausende Romane gibt, die so ähnlich gestaltet sind und auch noch tausend weitere davon geben wird.
Was auch noch bei der Gestaltung auffällt: Die Kapitel haben jeweils sowas wie Untertitel. Sie sind nummeriert und darunter steht ein kleines Zitat. Eigentlich finde ich die Idee ja ganz nett, aber irgendwie fand ich die Zitate ein wenig wahllos an das jeweile Kapitel gepatscht und  das ist ja nicht der Sinn von sowas, oder?

Zum Buch
"Oh, das hört sich doch nach einer netten, kleinen Liebesgeschichte mit einer originellen Idee an", dachte ich mir, als ich das Buch bei den reduzierten Exemplaren sah und hab es mir natürlich direkt gekauft, weil eben reduziert. Eine Liebesgeschichte die mal aus der Sicht eines Mannes geschrieben ist, was ich bis jetzt auch noch nicht versucht habe. Und die Idee ist auch wirklich ganz nett. Dieses Ich-hab-ihre-Einwegkamera-gefunden-und-versuche-sie-jetzt-durch-die-Foto-ausfindig-zu-machen. Aber nett ist nun mal die kleine Schwester von scheiße und auch, wenn ich das Buch an sich nicht unbedingt schlecht fand, war es mir einfach nicht besonders genug, hat jetzt keinen Eindruck bei mir hinterlassen. Und es ist garantiert keine Liebesgeschichte! Ich weiß, ich weiß, das Cover, der Klappentext, dieses ganze "Traumfrau" und "Ich muss sie finden!", aber das täuscht ganz gewaltig! Eine tolle Romanze sollte man hier auf keinen Fall erwarten, sonst beschwert man sich am Ende  nur, dass man keine bekommen hat. Es geht viel eher um einen Mann, dessen Leben gerade ein einziges Chaos ist, und der eine junge Frau sieht und sich in sie verliebt, was durch ihre Fotos noch stärker wird. Es geht um das, was wahrscheinlich schon den meisten Menschen passiert ist: man erlebt etwas und interpretiert so viel in eine ganz einfache Situation, dass sie zu etwas ganz Besonderem wird, mit großer Bedeutung, und man hofft, dass man sich das nicht nur einbildet. Wie schon gesagt, an sich ist die Idee wirklich ganz nett, aber eben weder besonders romantisch, noch erlebt man als Leser diese Reise "kreuz und quer durch London".
Die Charaktere in "Auf den ersten Blick" sind ziemlich interessant, allein deswegen, weil niemand von ihnen perfekt zu sein scheint, meistens haben sie einfach einen an der klatsche :)
Jason läuft meistens trübsinnig durch die Gegend, Dev wirkt wie ein besonders verrückter Nerd mit seinem Videospielladen, dann sind da Sarah und Gary, das ach so tolle Liebespärchen, die aber auch ab und an mal Fehler machen oder etwas tun, das sie einem unsmpathisch erscheinen. Meine Lieblingsperson ist Abbey. Sie ist irgendwie die totale Künstlerin, spontan und witzig und verträumt, mit verrückten Ideen.
So, dann mal zum Schreibstil. Ich wusste am Anfang, als ich anfing, das Buch zu lesen, noch nicht, was ich davon halten soll und weiß es ehrlich gesagt immer noch nicht. Der Autor schreibt so, dass Jason einem quasi die ganze Geschichte erzählt, mit kleinen Kommentaren, der Leser wird immer mal wieder angesprochen. Das ist ganz in Ordnung, denke ich. Dann die Schreibweise... "Auf einmal war mir ganz männlich und selbstbewusst zumute"...Hä? Wer schreibt denn so? Wie schon gesagt, weiß ich nicht, was ich davon halten soll, es ist irgendwie seltsam, andauernd schreibt der Autor so seltsame Sachen, aber vielleicht ist das ja auch einfach sein Ding, so seltsam zu schreiben? Keine Ahnung. Was auch noch ganz typisch für das Buch ist, sind Jasons Bewertungen. Er war ja mal Lehrer und wenn er Menschen beschreibt, macht er das manchmal im "Lehrerstil", was ich ja als Idee auch ganz gut finde, aber für mich war das dann einfach kein "Lehrerstil", was er da abzieht, sondern einfach eine Bewertung à la Jason, also wieder etwas, von ich nicht genau weiß, was ich von halten soll. Das scheint sich bei mir bei diesem Buch durchzuziehen^^
Es gibt aber noch etwas anderes, bei dem ich ganz genau weiß, was ich davon halte und was auch typisch für das Buch ist: Der Autor lässt seine Kapitel gerne mit einem Mini-Cliffhanger enden. Irgendwie ist es ja ganz okay, weil man sich so ja ein bisschen fragt, was danach passieren wird. Man möchte sofort weiterlesen. Also theoretisch. Was bei mir nämlich nicht so, ich hatte nicht das Bedürfnis, sofort wissen zu wollen, was als nächstes geschieht. Und das ist dann ja was ziemlich Schlechtes, denn wenn ein Autor einen Cliffhanger einbaut, sollte es eigentlich spannend werden, was bei mir aber ganz eindeutig nicht geklappt hat. Das zeigt doch nur, dass mich das ganze Buch nicht so wirklich gepackt hat, dass ich nicht wirklich drin war...Außerdem fand ich diese Pseudo-Cliffhanger irgendwann auch gewaltig nervend, denn es gab sie eben andauernd, am Ende fast jeden Kapitels! Und der Anfang des Nächsten setzt dann nicht mal direkt danach an, sondern kurze bis nicht mehr ganz so kurze Zeit später und man muss ewig lange warten, bis geklärt wird, was aus dem tollen Cliffhanger denn wurde! Keine Ahnung, was der Autor damit bezwecken wollte (vielleicht noch mehr Spannung?), aber bei mir hat es einfach nur dazu geführt, dass ich total genervt davon war...
Und jetzt noch etwas zum Ende des Buches. Das fand ich ziemlich schlecht, es war so vorhersehbar, irgendwie hat sich alles (und ich meine damit, wirklich alles) geklärt, nicht auch die kleinste Sache blieb ungeklärt und das fand ich sooo übertrieben, weil es mir so unrealistisch vorkommt, wie alles plötzlich an seinen Platz gefügt wird. Für mich war das also kein wirklich gelungener Abschluss des Buches.

Mein Fazit


Eigentlich kann man das Buch ganz kurz beschreiben: Es ist nichts Besonderes. Die Ideen sind jeweils ganz nett, vielleicht sogar originell, aber die Ausführung? Eher so lala. Das Cover bleibt nicht wirklich im Gedächtnis und dasselbe gilt auch für die Geschichte, die Charaktere, auch wenn die an sich gar nicht mal so schlecht beschrieben waren. Der Schreibstil des Autors hat mich irgendwann schon genervt, was eben an diesen Cliffhangern liegt, die einem andauernd hingeschmissen wurden. Und ich sollte nochmal sagen: Das ist keine Liebesgeschichte, egal, was draufsteht, wie es aussieht! Was nicht der rund ist, warum ich es nicht empfehlen kann, es ist eher die Tatsache, dass es so vollkommen vergänglich ist und zwar nicht so wie eine leicht lesbare Urlaubslektüre, dafür ist es nämlich nicht leicht lesbar genug. Also nein, keine Leseempfehlung. Von mir gibt es daher auch nur 1 von 5 Sternen.

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