Direkt zum Hauptbereich

Morgen ist es Liebe

Autor: Monika Maifeld
Verlag: Knaur HC
Seiten: 421
Erscheinungsdatum: 1. September 2017
weitere Bücher des Autors: 
Morgen ist es Liebe












Klappentext


Eine schicksalhafte Begegnung, ein dramatischer Unfall, ein geheimnisvoller Fremder

Es ist eine eiskalte Nacht kurz vor Weihnachten, in der die junge Ärztin Alexandra auf dem Heimweg mit dem Auto verunglückt. Sie wird bewusstlos und wäre dem Tod geweiht, würde ein Unbekannter sie nicht aus dem Wagen ziehen. Doch als die Polizei und Sanitäter am Unglücksort eintreffen, ist der Retter nicht mehr da.
Martin Hallberg ist an jenem Abend in den winterlichen Weinberg gekommen, um sein Leben zu beenden. Diese Nacht sollte seine letzte sein - doch da ereignete sich genau vor seinen Augen der Unfall. Die Erinnerung an die junge Frau, die er aus dem Autowrack gezogen hat, lässt ihn einfach nicht mehr los - und die Sorge um den Abschiedsbrief in seinem Mantel, der zusammen mit der jungen Frau verschwunden ist...

Meine Meinung


Zur Buchgestaltung
Wie ein typischer Liebesroman. Sieht "Morgen ist es Liebe" so aus? Ja, eindeutig, das Buch ist genau so gestaltet, wie man es sich in dem Genre vorstellt: Ein schlichter Hintergrund, darauf zwei Personen, am besten süß gezeichnet und ein paar kitschige Symbole, zum Beispiel Herzen. Und es sieht ja auch wirklich nicht schlecht aus. Ich mag die Farbgebung und das Cover sieht aus wie das Cover eines Buches, das man sehr gut an einem kalten Herbst- oder Wintertag lesen kann, unter einer Decke verkrochen, mit einer Tasse Tee neben sich. 

Zum Buch
Das Buch an sich eignet sich dafür dann eher nicht. Und das hat mich nicht nur gewundert, sondern auch wirklich enttäuscht, denn ich hatte zumindest erwartet, dass ich eine schöne, vielleicht auch seichte, unterhaltsame Liebesgeschichte lesen würde. Das Buch habe ich auf Was liest du? gewonnen, deshalb muss ich mich zumindest nicht ärgern, unnötig Geld ausgegeben zu haben, aber ich hätte die Zeit dann doch mit einem anderen buch verbringen können. Na ja, man kann nicht immer ein gutes Händchen haben...
Was hat mich denn jetzt konkret gestört? Also das fängt ja schon mit der Handlung an. An sich hörte sich die Idee der Geschichte so schön an mit dem Mann, der sich eigentlich umbringen möchte und dann eine Frau nach einem Unfall rettet - und seinen Abschiedsbrief bei ihr vergisst. Hat mich ein wenig an "Die Liebe deines Lebens" von Cecelia Ahern erinnert und das Buch mag ich ja auch wirklich gerne. Nur hören die Ähnlichkeiten mit der Idee leider auf. Die Geschichte ist unfassbar vorhersehbar, sehr vieles habe ich mir schon seit dem ersten Hinweis denken können. Spannung hat es meiner Meinung nach quasi gar nicht gegeben. Das Ende war so richtig schlimm konstruiert, sodass plötzlich auf magische Weise alles zusammengepasst hat. Und das obligatorische Happy End hat es natürlich auch geben müssen und zwar nicht nur im Groben, sondern auf der ganzen Linie, für niemanden ging es in diesem Buch schlecht aus!
Wenn es das schon gewesen wäre, hätte ich es aber sogar noch verkraftet. Doch der Schreibstil ist sogar noch schlimmer als die Handlung! Monika Maifeld schreibt unglaublich steif, es gibt keinen Moment, in dem sie mal von dieser Förmlichkeit wegkommt. Es liest sich so, wie wenn sie beim Schreiben einen Stock im Arsch gehabt und der sich auf ihren Stil ausgewirkt hätte. Was noch eine Schippe drauflegt, sind die vielen Perspektiven, die die Autorin anscheinend unterbringen musste. So erfährt man die Geschichte nicht nur aus Alexandras und Martins Augen, nein, so ziemlich jeder, der mal in der Geschichte vorkommt, darf seinen Senf dazugeben. Was mich auch gar nicht so sehr stören würde, wenn es dafür verschiedene Kapitel gäbe oder zumindest ein Absatz zwischen den Sichtweisen, aber manchmal kam es mir so vor, als würde die Perspektive sogar noch während eines Satzes wechseln und das fand ich so ungünstig, dass es mich richtig genervt hat. Und Gefühle? Sorry, die kamen auch so gar nicht bei mir an. Von einem Liebesroman erwarte ich dann doch, dass ich mal ein wenig Kribbeln verspüre, aber hier null, dafür sind die jeweiligen Beschreibungen viel zu ungelenk und ungünstig. Denn ganz ehrlich, wenn eine Hauptperson denkt, dass sie gerne die Arme erotisch um jemandes Hals schlingen würde, löst das bei mir nicht gerade Bauchkribbeln aus, das hört sich doch einfach nur blöd an! Und das ging mir leider mit allen Gefühlen so.
Auch was die Charaktere betrifft, gibt es kaum etwas Gutes zu sagen, die meisten haben mich eher genervt und kamen mir sehr unrealistisch vor. Martin, den ach so edlen Lebensretter, fand ich wegen seiner Samariter-Art und dem elenden Selbstmitleid sowieso ganz schlimm. Und auch wie er Alexandra quasi vom ersten Moment an vergöttert und direkt denkt, dass er sie liebt – äääh nein! Martha, Alexandras Mutter, war mir zu nett zu jedem und zu froh und gekünstelt, besonders wegen ihres Hut-Ticks. Das war doch auch nur ein gewollt lustiges Detail, das meiner Meinung nach total in die Hose ging, weil es ganz einfach nicht lustig war. Und ihr Verhalten wurde vor allem zum Ende hin sowieso so gedreht, wie es der Autorin gerade passte. Genau dasselbe dann auch bei Alexandra, die mir anfangs wegen ihrer eher distanzierten Art noch ganz okay und aushaltbar vorkam, am Ende jedoch auch nur Null-Acht-Fünfzehn war. Noch schlimmer waren aber fast die Figuren, die so richtig überspitzt dargestellt wurden, einfach grauenvoll, wie hier übertrieben wurde und nicht, wie wahrscheinlich von der Autorin geplant, humorvoll und lustig.

Mein Fazit


Insgesamt bin ich einfach total enttäuscht von diesem Buch. Ich hatte mir zumindest eine schöne, leichte Geschichte erhofft, da ist mir die Vorhersehbarkeit dann auch egal. Aber mit diesem schrecklich gestelzten Schreibstil und den farblosen beziehungsweise überspitzt dargestellten Charakteren ist es mir nicht mal möglich, die Geschichte als seicht darzustellen, weil sie einfach zu förmlich war. Von mir gibt es also nur 1,5 von 5 Sternen.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Mein Lesemonat September

 

Das höre ich im...Mai

"There are many things that I Would like to say to you but I don't know how 1. "Wonderwall" – Oasis Mancher Lieder werde ich nicht überdrüssig. Denen kann ich gar nicht überdrüssig werden. Stattdessen kommen sie immer wieder zurück und begeistern mich immer wieder um ein Neues. So ist es für mich mit diesem absoluten Klassiker. Denn "Wonderwall" liebe ich schon seit Jahren, singe es gerne (am liebsten laut unter der Dusche) und nun habe ich mir den Song auch endlich für die Ukulele beigebracht. Das Gefühl, ein Lieblingslied nicht nur auswendig, sondern es auch noch selbst begleiten zu können, ist unglaublich. Deswegen landet es noch einmal hier, denn momentan ist der Song für mich einer meiner liebsten, egal wie cheesy er sein mag. Wonderwall 2. "All in my head" – Whethan feat. grandson Im Gegensatz zu diesem Klassiker ist grandson dieser noch recht neue Künstler, von dem ich inzwischen einfach alles hören könnte und es gefällt mir. Fast alle sein...

Das Lied der Krähen

Autor:  Leigh Bardugo Verlag:  Knaur HC Seiten:  581 Erscheinungsdatum: 2. Oktober 2017 weitere Bücher des Autors:  Grischa (Goldene Flammen, Eisige Wellen, Lodernde Schwingen, Die Hexe von Duwa, Der allzu schlaue Fuchs), Glory or Grave ( Das Lied der Krähen ) Klappentext Sechs unberechenbare Außenseiter – eine unmögliche Mission Ein Dieb mit der Begabung, aus jeder Falle zu entkommen. Eine Spionin, die nur "das Phantom" genannt wird. Ein Verurteilter mit einem unstillbaren Verlangen nach Rache. Eine Magierin, die ihre Kräfte nutzt, um in den Slums zu überleben. Ein Scharfschütze, der keiner Wette widerstehen kann. Ein Ausreißer aus gutem Hause mit einem Händchen für Sprengstoff. Höchst unterschiedliche Motive treiben die sechs Außenseiter an, die einen gefährlichen Magier aus dem bestgesicherten Gefängnis der Welt befreien sollen. Kaz Brekker, Meisterdieb und Mastermind, ist nicht der Einzige, der Geheimnisse vor den anderen verbirgt – und...