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Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken

Autor: John Green
Verlag: Carl Hanser Verlag
Seiten: 281
Erscheinungsdatum: 10. November 2017
weitere Bücher des Autors: 
Eine wie Alaska, Die erste Liebe, Margos Spuren, Will & Will, Das Schicksal ist ein mieser Verräter, Tage wie diese, Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken






Klappentext


Die 16-jährige Aza Holmes hatte ganz sicher nicht vor, sich an der Suche nach dem verschwundenen Milliardär Russell Pickett zu beteiligen. Sie hat genug mit ihren eigenen Sorgen und Ängsten zu kämpfen, die ihre Gedankenwelt zwanghaft beherrschen. Doch als eine Hunderttausend-Dollar-Belohnung auf dem Spiel steht und ihre furchtlose beste Freundin Daisy es kaum erwarten kann, das Geheimnis um Pickett aufzuklären, macht Aza mit. Sie versucht Mut zu beweisen und überwindet durch Daisy nicht nur kleine Hindernisse, sondern auch große Gegensätze, die sie von anderen Menschen trennen. Für Aza wird es ein großes Abenteuer und eine Reise ins Zentrum ihrer Gedankenspirale, der sie zu entkommen versucht.

Meine Meinung


Zur Buchgestaltung
Hach, wie schön das Buch aussieht mit diesem blauweißen Cover, den Schildkröten darauf und der schwarzen Spirale. Ich mag es wirklich, wie hübsch es aussieht, auch mit dem orangefarbenen Buchschnitt. Noch dazu passt es ziemlich gut zum Inhalt, besonders diese Spirale, in der sich ja auch die Protagonistin immer wieder gefangen fühlt.
Schade, schade, dass ich das Buch "nur" als Wanderbuch ohne Umschlag bekommen habe, deswegen wird es nicht nur nicht mein Bücherregal zieren können, sondern ich habe den schicken Umschlag auch gar nicht live und in Farbe bewundern können...

Zum Buch
Erst einmal muss ich ja sagen, dass "Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken" mein erster Roman von John Green war, den ich gelesen habe. Klar, "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" kenne ich, aber eben nur den Film, und alle anderen Bücher von ihm sind mir nur dem Titel nach bekannt. Von daher war ich unglaublich gespannt, was mir erwarten würde. Es gibt so viele Green-Fans. Doch genauso gab es auch Kritik an genau diesem Buch, dass es nicht an die Vorgänger heranreichen würde.
Ich muss sagen, ich wurde nicht enttäuscht. Wie schon gesagt, habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten, ob John Green hier "besser" oder "schlechter" schreibt als in den vorigen Jugendbüchern von ihm, ob die Geschichte origineller und logischer ist oder nicht. Aber ich fand das Thema allgemein sehr interessant. Die Geschichte an sich war eher unaufgeregt und nicht unbedingt spannend. Es geht ja darum, dass ein Millionär verschwunden und nun ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt ist. Aza und ihre beste Freundin Daisy versuchen daraufhin, Hinweise zu sammeln, um eben jenes Kopfgeld zu bekommen.
Doch das ist nicht das Wichtigste und Spannendste am Buch. Viel interessanter war meiner Meinung nach die Auseinandersetzung mit Azas Gedanken, ihren Ängsten, ihren Störungen, wie sie immer tiefer in diese Gedankenspiralen gezogen wird. Das und wie ihre Familie, ihre Freunde, ihr gesamtes Umfeld damit umgehen. Man denkt selbst dadurch einfach sehr viel nach, fragt sich Sachen, an die man vorher vielleicht nicht unbedingt gedacht hätte.
John Green lichtet Azas Gedankenwelt dabei toll ab.Immer wieder schickt er seine Protagonistin in die Gedankenspirale, lässt sie Gedanken durchgehen, die sie schon ein ums andere Mal durchgekaut hat. Das beste Beispiel dabei ist wahrscheinlich ihr Daumen und die Wunde, die sie immer und immer wieder zwanghaft desinfiziert und aufbricht, sodass sie nie verheilen kann. Das kann an mancher Stelle ein bisschen zu viel sein und zu oft vorkommen, versetzt einen aber auf der anderen Seite gut in Azas Welt hinein.
Andererseits gibt es Passagen, in denen einem Aza vorkommt wie ein ganz und gar normales Mädchen. und genau das hat Green meiner Meinung nach sehr schön dargestellt: Dass man manchmal auch ganz "normal" sein kann, was jedoch nicht bedeutet, dass immer alles okay ist.
Aza als Protagonistin war ja sowieso klasse. Es war total interessant, einen Einblick in ihren Kopf zu bekommen – und ein kleines bisschen verstörend. Man merkt wirklich, dass sie selbst sich oft fühlt, als hätte sie keine Kontrolle über sich selbst und dann tut sie einem leid, weil sie quasi nicht selbstbestimmt handeln kann.
Die anderen Charaktere – Daisy, Azas Mutter, Davis – wirken gegen Aza ein wenig blass, einfach nicht so interessant. Doch wie schon gesagt ist es doch auch spannend mitanzusehen, wie sie von Azas Zwangsstörungen betroffen sind und darauf reagieren.
Das Buch habe ich so schnell lesen können, das gibt es gar nicht. So einen Flow hatte ich schon lange nicht mehr beim Lesen, was echt mal wieder schön war! Und auch wie das Buch geendet hat, hat mir sehr gut gefallen. Nicht so kitschig und vorhersehbar. Ich bin mir sehr sicher, dass ich noch mehr Bücher von John Green lesen werde 😄

Mein Fazit


Endlich kann ich sagen "Ich habe einen John Green gelesen"! Und es hat mir gefallen. Zwar hat er mich nicht vollkommen vom Hocker gerissen, aber "Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken" war einfach und schön zu lesen, wobei einfach vielleicht nicht gaaanz das richtige Wort ist. Dafür hat mich das Thema ein bisschen zu nachdenklich gemacht. Von mir bekommt der Jugendroman auf jeden Fall gute 4 von 5 Sternen!

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