Dienstag, 17. April 2018

"Three Billboards outside Ebbing, Missouri" im Kino

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Nur ein paar Tage, nachdem ich in "Shape of Water" im Kino war, bin ich in diesen Film gegangen. Hier war ich ein wenig vorsichtig, war der Oscar-Anwärter, den ich kurz zuvor gesehen hatte, doch ein Flopp gewesen. Aber hey, ich hatte immerhin schon zwei Empfehlungen für den Film bekommen (von Leuten, die ich kenne). Ich war also zuversichtlich.
Und manchmal wird man eben auch belohnt beziehungsweise hat man Glück. Ich fand den Film einfach genial. Ich kann verstehen, weshalb der Film für so viele Oscars nominiert war, jedoch nicht, wieso er nicht mehr gewonnen hat – besonders bei der Konkurrenz.
Das Thema an sich ist schon einmal gut gewählt und spannend. Vor Monaten wurde Angela Hayes in Ebbing in Missouri vergewaltigt und ermordet. Die Ermittlungen sind jedoch noch immer nicht vorangekommen, der Täter nicht gefunden. So beschließt Mildred Hayes, die Mutter des Mädchens, etwas zu tun und mietet drei Werbetafeln, auf die sie provokante Statements schreibt, die die Polizei aufrütteln, den Fall wieder präsenter machen sollen. Die Werbetafeln und ihre Botschaften führen zu einer Auseinandersetzung mit der Polizei, besonders Chief Bill Willoughby und Jason Dixon, verfehlt aber auch nicht seine Wirkung und treibt die Ermittlungen voran.
Der Film geht stark auf die Auseinandersetzung zwischen Mildred und der Polizei ein, aber auch darauf, wie verschieden Menschen mit einem solchen Fall umgehen, egal ob sie Angehörige sind oder eben "nur" im selben Ort wohnen. Es geht darum, wie oft man tatenlos zusehen muss, nichts machen kann, wie man aber auch mal die Fäden in die Hand nehmen kann, so wie Mildred Hayes. Und diese ernste Thematik wird gemixt mit einem genialen Humor. Das liegt zum Einen an Mildred Hayes, einer Protagonistin mit seeehr viel schwarzem Humor, aber auch an Figuren wie Jason Dixon, den man oft nicht ernst nehmen kann.
Überhaupt finde ich die Charaktere in dem Film einfach nur großartig. Sie sind nicht sonderlich sympathisch. Außer Chief Willoughby, der von Woody Harrelson gespielt wird, mochte ich keine der Personen, zumindest nicht dauerhaft. Dafür sind die Ansichten manchmal zu krass, die Taten zu krass, die Ecken doch ein wenig zu kantig. Aber ich konnte sie jederzeit nachvollziehen. Besonders bei Mildred zeigt sich das gut. Sie ist bestimmt niemand, den man schnell in sein Herz schließt, aber man fühlt durch das, was sie erlebt hat, definitiv mit ihr mit und hofft, dass ihre Geschichte ein gutes Ende nimmt.
"Three Billboards outside Ebbing, Missouri" ist für mich ein Film, der sich seine Oscars wirklich verdient hat. Der Film hat mich einige Male durch seinen Humor (und den wirklich gehäuften Flüchen) zum Lachen gebracht. Es war ein Film, bei dessen Ende ich mir dachte: "Was? Das ist das Ende? Aber es muss doch weitergehen!" Ich bin nicht nur grandios unterhalten aus dem Film gekommen, sondern auch nachdenklich.

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