Mittwoch, 30. März 2016

Elfenkuss

Klappentext


Durchscheinend blau und weiß sind sie und erschreckend schön, die flügelartigen Blätter, die der 15-jährigen Laurel eines Morgens aus dem Rücken wachsen. Gemeinsam mit ihrem neuen Freund David versucht sie, herauszufinden, was mit ihr geschieht. Doch erst als sie in dem verwunschenen Wald hinter ihrem Elternhaus auf den faszinierenden Tamani trifft, erfährt sie die unglaubliche Wahrheit: Laurel ist eine Elfe, die als Kind zu den Menschen gesandt wurde, um das Tor nach Avalon zu beschützen. Als eine Bande mörderischer Orks die magische Elfenwelt bedroht, setzt Laurel alles daran, ihre Aufgabe zu erfüllen. 
Laurel weiß, egal wie der Kampf ausgeht, sie wird sich am Ende entscheiden müssen: zwischen ihrem Leben als Highschool-Mädchen und ihrer Bestimmung, vor allem aber zwischen dem attraktiven David und dem Frühlingselfen Tamani, dessen grüne Augen sie nicht mehr loslassen...

Meine Meinung


Zur Buchgestaltung
Das Cover des Buches sieht ganz hübsch aus. Das Gesicht im Hintergrund, das man wahrscheinlich als das von Laurel sehen kann, und die Flügel davor, die wirklich ganz nett aussehen und wenn man drüberfährt auch leicht erhaben sind. Ja, tatsächlich, das Cover mag ich schon fast, es passt gut zu einer Elfengeschichte - ist aber auch so ziemlich das einzig Gute, was ich am Buch finden konnte. Na ja, dazu gleich mehr...
Zur "inneren" Gestaltung: Die Schrift kommt mir riesig vor. Ich hab sie mit den Schriften anderer Jugendbücher verglichen und sie ist wirklich größer. Dazu kommt dann noch, dass die Seitenränder ziemlich groß sind. Kann schon sein, dass auch bei anderen Büchern viel Platz gelassen wird, aber die Kombination aus großer Schrift und viel Platz an den Rändern führt dazu, dass auf so einer Seite nicht wirklich viel steht und das Ganze an ein Kinderbuch erinnert. Fehlen nur noch ein paar Bildchen und schon wäre der Eindruck komplett^^

Zum Buch
Tja, wie schon gesagt, viel Gutes kann ich dem Buch ja nicht abgewinnen. Als ich das Buch jetzt noch einmal gelesen hab, musste ich ernsthaft an meinem früheren Ich zweifeln, denn wieso bitte hab ich mir diesen Schmus gekauft?! Ich bin eigentlich nicht so, dass ich Bücher total kritisiere. Ja, ich mecker gern mal an irgendwas rum, aber mir fällt im Moment kein schlechteres Buch ein als "Elfenkuss", das ich in den letzten Jahren gelesen habe.
Schon allein der Klappentext verheißt nichts Gutes. Nicht nur, dass er eigentlich schon die gesamte Geschichte verrät, es geht auch noch um Elfen und Orks und natürlich - wie auch anders - um ein Liebesdreieck! Ich hab nichts gegen Liebesdreiecke, ganz und gar nicht. In Panem finde ich es total in Ordnung und selbst bei Twilight - ja, bei Twilight! - ist es im Vergleich zu dem hier noch erträglich. Dass mich die Liebesgeschichte nervt, liegt zum großen Teil an Laurel selbst. Die perfekte kleine Laurel mit dem perfekten Aussehen, die immer das richtige sagt und macht und denkt und dazu noch eine Eins-A-Schülerin ist. Zum Einen total unglaubwürdig, dass jemand so perfekt ist, und zum anderen ist mir die olle Kuh einfach nur unsympathisch. Klein-Laurel ist nämlich unglaublich verwöhnt! Sie wurde bis zu ihrem 15 (!) Lebensjahr privat unterrichtet und wird jetzt dazu herabgewürdigt, in eine normale Schule mit normalen Menschen zu gehen, weswegen sie total rumheult. Dabei hat sie es meiner Meinung nach gar nicht so schlimm, weil gleich am Anfang ein, natürlich total attraktiver, Junge anspricht und mit ihr die Mittagspause verbringt. Ja, gaaaanz schlimm! Und was Laurel dann manchmal in Gedanken so ablässt oder sogar sagt! "Was sollte man sonst von einem Jungen wollen?"?!? Ist etwas anderes als eine Beziehung mit einem Jungen wirklich so abwegig? Vielleicht schwieriger, ja, aber man kann als Mädchen mit einem Jungen tatsächlich auch befreundet sein. Und "Meine Familie ist zu sehr von mir abhängig." - ähm, ja, das Mädchen bildet sich schon verdammt viel auf sich ein, um sowas zu sagen...
Also ja, hier kommt mein Hauptfiguren-Syndrom wieder mal zum Vorschein, ich kann diese perfekten Protagonisten einfach nicht abhaben.
Was ich ja auch lächerlich finde: Elfen im Allgemeinen sind ja perfekt, sie sind komplett symmetrisch und genau das macht sie ja ach so attraktiv und toll und perfekt. Liebe Frau Autorin, schonmal was davon gehört, dass kleine Macken einen Menschen liebenswert und schön machen? Da wird meiner Meinung nach ein vollkommen falsches Bild vermittelt! Und mal ganz ehrlich, einen alten Mann mit symmetrischen Falten stelle ich mir nicht attraktiv sondern verdammt gruselig vor^^
Dann werden in der Geschichte auch noch alle mögliche Klischees ausgespielt. Wie schon gesagt ist Laurel zu toll um wahr zu sein und denkt natürlich immer zuerst an die anderen. Die Charaktere geben klischeehafte Sätze von sich, wie aus schlechten Filmen abgeschaut. Was ich aber am schlimmsten finde, ist der Kampf von Gut und Böse, um den es in der Geschichte so ein bisschen am Rande geht. Denn die Guten sind hier absolut gut und unglaublich attraktiv, was sie wahrscheinlich erst so gut macht, und die Bösen sind gleich abgrundtief böse und hässlich. Was ist mit verschiedenen Facetten einer Person? Wo bleiben die Grauzonen, von denen man nicht weiß, was man davon halten soll, eine Geschichte jedoch erst so interessant machen? Ich finde nicht, dass bei diesem Schwarz und Weiß, das die Autorin ihren Lesern auftischt, noch viel Kreativität zu finden ist. Die Charaktere sind nämlich so vielseitig wie ein Blatt Papier.
So, zu guter Letzt hat mir auch der Schreibstil von Aprilynne Pike nicht gefallen. Das Buch ist ja aus der Sicht der 15-jährigen Laurel geschrieben, da könnte man doch erwarten, dass der Schreibstil auch an eine 15-Jährige erinnert, oder? Tut er überhaupt nicht. Beschreibungen, die mir vorkommen, als würden sie sich seitenlang hinziehen und Gedanken, die nicht zum Kopf eines Teenagers passen. Und die Dialoge klingen teilweise so gestelzt und auswendig gelernt, dass ich kotzen könnte! Niemand rede im echten Leben so miteinander, sorry, das muss mal gesagt sein. Dazu kommt, dass man wegen der Ich-Perspektive doch eigentlich mit Laurel mitfühlen sollte, die erlebt auch einiges, wo mit mitfühlen könnte. Könnte! Ich saß teilweise da, hab mir das durchgelesen und ein paar Seiten später wird dann mal erwähnt, wie aufgeregt Laurel doch war. Und ich saß da und dachte mir "Ach ja, wie interessant, Laurel war aufgeregt. Sorry, das hab ich dann wohl verpasst." Ehrlich, so kalt hat mich ein Buch schon lange nicht gelassen! Meiner Meinung nach hat die Autorin kein Talent, Gefühle rüberzubringen oder Action, noch ist ihr Schreibstil interessant oder macht auf die weitere Geschichte neugierig. Hört sich jetzt vielleicht gemein und grausam an, aber das ist meine persönliche Meinung: Aprilynne Pike mag sich vielleicht schon seit ihrer Kindheit Elfengeschichten ausdenken und hat sogar kreatives Schreiben studiert, aber das macht sie für mich noch lange nicht zu einer guten Autorin. Die Idee, die hinter den Elfen steckt, die sie da erschafft, ist zwar ganz nett und vielleicht sogar mal was Neues, aber das Schreiben hätte sie lassen sollen.

Mein Fazit


So jetzt hab ich mich lang und breit über das Buch ausgelassen...Was kann man kurz darüber sagen?
Meiner Meinung nach ist das Bucht nicht lesenswert. Vielleicht, wenn man zwölf Jahre alt ist und Elfengeschichten mit viel Kitsch und Klischees mag, dann könnte es sein, dass man die Geschichte mag. Oder wie ich gerade einfach die Zeit dazu hat und sich so richtigen Schmarrn reinziehen will, über den man gut ablästern kann. Ansonsten eher nein. Dafür ist die Geschichte einfach zu klischeehaft, der Schreibstil zu uninteressant. Lasst lieber die Finger davon. 1 von 1 Stern.

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