Dienstag, 5. Juli 2016

"Ein ganzes halbes Jahr" im Kino!


"Ein ganzes halbes Jahr" - hach, haben die Fans (darunter auch ich) schon lange darauf gewartet, dass dieser Film ins Kino kommt und nun habe auch ich den Gang ins Kino geschafft.
Ich war ja echt aufgeregt. Das gleichnamige Buch von Jojo Moyes Buch gehört zu einem meiner absoluten Lieblingsbücher, die Autorin hat mit am Drehbuch gearbeitet, dann die ultimativ coolen Schauspieler und die Trailer sahen auch schon echt vielversprechend aus. Nachdem meine Erwartungen also schon fast ins Unendliche nach oben geschossen sind, wurde ich doch ein bisschen enttäuscht. Na ja, aber alles nach der Reihe...

Die Schauspieler sind ja der Hammer, also vor allem, wenn man die Hauptcharaktere betrachtet. Das heißt: Lou und Will. Gut, das sind ganze zwei Hauptcharaktere, nicht gerade sehr viel, doch für den Film war es einfach unglaublich wichtig, dass hier die Schauspieler hundertpro passen und das wurde geschafft. Beide sind ja auch ziemlich bekannt, Emilia Clarek aus "Game of Thrones" und Sam Claflin aus "Die Tribute von Panem" und "Love, Rosie". Somit kannte man zumindest Claflin schon aus dem Genre Liebesfilm, Clarke hingegen noch nicht. Sie hat ihre Sache aber unfassbar gut gemacht! Nicht nur, dass sie alleine vom Aussehen her perfekt in die Rolle passt, nein, sie hat Lou meiner Meinung nach auch richtig klasse verkörpert. Zwar hatte ich in den Trailern ein paar Probleme mit der Synchronsprecherin (sie hörte sich da für mich ein bisschen zu einfältig an), das war dann im Film zum Glück nur halb so schlimm. Und wenn nicht, hätte es Clarkes Mimik wieder wettgemacht, sie hat ja wirklich die lebendigste Mimik, die ich je gesehen habe! Allein diese Augenbrauen^^ Ich hab mich jedenfalls immer wieder mit Lou gefreut oder war down, hab mich einfach von ihren Gefühlen anstecken lassen. Was ja auch gar nicht anders ging! dazu dann noch ihre Kleidung, über die man immer wieder mal schmunzeln musste...Sam Claflin ist als Will ihr Gegenpart und passt auch echt gut! Er wirkt total erwachsen und kultiviert mit seinen Untertitel-Filmen, manchmal ist er auch überheblich, aber das ist schon in Ordnung, weil er dann eben überheblich wirken sollte. Fast fand ich Claflin in der Rolle noch besser als Emilia Clarke, was nicht zuletzt daran liegt, dass er einen unglaublich coolen, trockenen Humor hat und der Film dadurch unglaublich witzig ist. Und man muss dabei daran denken, dass der Mann für den Film eigentlich nur die Mimik (gut, und seine Stimme) zur Verfügung hat um, na ja, alles auszudrücken! Da ist es wirklich unglaublich, wie viel Charakter Claflin in seine Rolle gehaucht hat, ich kann mich zum Beispiel noch ganz genau an Wills kritischen Blick erinnern, der einen immer wieder zum Lachen bringt :)
Die restlichen Charaktere bleiben im Gegensatz zu den beiden wirklich sehr blass, kamen kaum vor, obwohl der Cast doch so toll war. Da ist Wills Familie, die zwar schon auch das ein oder andere Mal auch auftaucht, jedoch nicht ganz so rüberkommt, wie in den Büchern. Man merkt hier zwar, dass bei diesem Ehepaar noch lange nicht alles rund läuft, aber mehr erfährt man auch nicht. Genauso Lous Familie. Da ist Treena, die Schwester, noch einigermaßen wichtig, aber ihr Charakter, der ja schon ziemlich eigennützig ist, kommt nicht so zum Vorschein. Die Eltern sind ab und an mal da, von ihnen weiß man aber so gut wie gar nichts und dann sitzt auch manchmal ein stiller alter Mann im Zimmer, von dem man nur ahnen kann, dass es der Großvater ist. Ach ja, und einmal kommt sogar Treenas Sohn vor, dann aber nie wieder. Einfach, damit er mal gezeigt wird^^ Dann gibt es da auch noch Lous Freund, Patrick, von dem ich mir eindeutig mehr erhofft hatte. Der Schauspieler ist ja schonmal bekannt. Zwar hab ich keine Ahnung, wie er heißt, aber er hat auch schon Neville Longbottom in den "Harry Potter"-Filmen gespielt. Und dann spielt er in "Ein ganzes halbes Jahr" mit und ist plötzlich kein tollpatschiger Junge mehr, sondern ein extrem sportlicher und dazu noch unsympathischer Mann...Was ich schade finde, denn im Buch ist er gar nicht sooo unsympathisch. Der beste Nebencharakter war für mich ganz klar Nathan, der Pfleger. Er kommt total locker rüber und cool und passt damit richtig gut auf den Nathan im Buch :)
So, dann mal weg von den Schauspielern und hin zum Inhalt, zur Geschichte. Wenn es um Buchverfilmungen geht, wird ja immer viel gemeckert, weil der Film ja niiieee an seine Vorlage rankommt und jeder enttäuscht ist. Was, wie schon gesagt, auch für mich gilt. So die erste Hälfte des Films war meiner Meinung nach megatoll. Da wurde die Handlung fast eins zu eins übernommen (bis auf echt unwichtige Ausnahmen) und die Dialoge sin teilweise genauso im Roman zu finden! Dazu kommt, dass die Hälfte auch seeeehr witzig ist, mit dem Zusammenspiel von Lou und Will. Später dann wurde immer mehr weggelassen, was ich schon schade finde, denn einiges davon war sehr witzig und wie ich finde auch wichtig für den Film. Klar, es muss immer etwas aus der Buchvorlage weggelassen werden, man hat nun mal nicht unendlich Zeit zur Verfügung, doch ein bisschen mehr hätte ich mir schon gewünscht. Zum Beispiel, dass mehr Ausflüge gezeigt werden, die Lou mit Will unternimmt. So, wie es im Film dargestellt wird, macht sie davon vielleicht drei oder vier und das war's dann! Echt jetzt? Da will Lou in den nächsten vielleicht drei, vier Monaten so viel wie möglich mit Will unternehmen und mehr kommt dabei nicht raus? Ich meine, es hätte nicht alles ausführlich gezeigt werden müssen, sondern ein Zeitraffer, in dem man erkennt, dass eben noch mehr gemacht wird, hätte schon gereicht! Auch sonst wurde manches sehr zusammengekürzt. So bekommt man nicht wirklich einen guten Eindruck von Lous und Patricks Beziehung, was zwischen den beiden eigentlich passiert, wobei das ja eigentlich schon wichtig wäre. Was ich jedoch besonders schlimm fand, dass rausgekürzt wurde, ist das Labyrinth, das bei der Burganlage ist. Hört sich für Nicht-Kenner des Buches vielleicht ein wenig komisch an, aber in der Vorlage gibt es eine Szene, in der man merkt "Okay, jetzt sind Lou und Will über einfache Freundschaft hinaus und vertrauen einander" und die hat mit eben diesem Labyrinth zu tun. Wie sich die Freundschaft zwischen den beiden entwickelt, finde ich unglaublich süß und dann auch die unvermeidliche Liebesbeziehungs-Entwicklung, aber diese Vertrauensbasis hat mir einfach gefehlt.
Das alles hört sich jetzt vielleicht ziemlich negativ an, aber so ist es gar nicht! Der Film ist wirklich super und hat mich auch zu Tränen gerührt, wie erwartet, auch wenn nicht ganz so sehr wie das Buch. Dafür konnte ich auch mal vor Lachen weinen und das ist doch auch etwas^^ Für Liebhaber des Genres ist der Film auf jeden Fall ein Muss und auch für Fans des Romans, denn selbst wenn der Film nicht an seine Vorlage heranreicht, ist er trotzdem unglaublich schön anzusehen :)

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