Freitag, 22. Juli 2016

Chroniken der Unterwelt - City of Glass

Klappentext


In Idris sind düstere Zeiten angebrochen. Als Valentin sein tödliches Dämonenheer zusammenruft, gibt es nur eine Chance um zu überleben: Die Schattenjäger müssen ihren alten Hass überwinden und Seite an Seite mit den Schattenwesen in diesen Kampf ziehen. Um Clary vor der drohenden Gefahr zu schützen, würde Jace alles tun - doch dafür muss er sie erst einmal verraten...

Meine Meinung


Zur Buchgestaltung
Was soll ich dazu groß sagen? Das Cover sieht eigentlich genauso aus wie das der Vorgänger, nur diesmal in blau. Ja, gut, das Bild von New York ist nicht dasselbe, aber es ist eben wieder ein Bild von New York, selbst wenn es zu dem Teil gar nicht mehr passt, weil sich die Geschichte größtenteils woanders abspielt. Ansonsten ist es eben wieder das gleiche, was mir langsam zu langweilig wird...

Zum Buch
Was mir am dritten Teil ja gut gefällt, ist die Tatsache, dass ziemlich viel passiert, entweder an Action oder man findet wieder ein kleines Teilchens des großen Puzzles der Wahrheit heraus. Ihr denkt euch jetzt vielleicht "Oh, ja, Valentin und sein Dämonenheer! Und Jace verrät Clary!", aber so ist es gar nicht, hier bringt einen der Klappentext mal wieder auf die falsche Spur. In "City of Glass" passiert viel mehr:
Erst einmal will Clary nach Idris, dem geheimen Land der Schattenjäger, um dort nach dem Heilmittel zu suchen, dass ihre Mutter endlich aus dem Koma wecken soll. Das an sich macht schon einen echt großen Teil des Inhalts aus. Gleichzeitig treffen sich in Alicante, der Hauptstadt und auch einzigen Stadt in Idris, die Schattenjäger von überall auf der Welt, um über das Abkommen mit den Schattenwesen und ja, auch über Valentin zu reden. Der ist nämlich eine dauernde Bedrohung und man wartet schon darauf, was er als nächstes anstellt... Es ist auch ziemlich spannend, da man weiß, irgendwer im Rat ist ein Spitzel Valentins, aber wer das sein soll, davon hat man erstmal keine Ahnung. Jedenfalls kommt durch diese ganzen Ereignisse gleich mal ein wenig Schwung in die Geschichte. Auch die Charaktere, die neu in Band 3 dazukommen, tragen dazu ihren Teil bei. Es sind zwar nicht ganz so viele, aber da ist zum Beispiel Lukes Schwester Amatis, die man kennenlernt, von deren Vorgeschichte man erfährt. Auch sonst kann man die letzten Teile dessen, was in der Vergangenheit geschehen ist, zusammenfügen, sodass man am Ende eine Geschichte hat, die Sinn ergibt, mit der sich vieles, was in den drei Büchern passiert ist, erklären lässt. Finde ich gut, denn so merkt man, dass die Autorin nachgedacht hat, bevor sie etwas schreibt.
Ich muss aber sagen, dass ich immer noch kein sonderlicher Fan von Cassandra Clare bin. Ihr Schreibstil ist wie gehabt: langatmig und mit vielen Beschreibungen und meiner Meinung nach völlig unnötigen Vergleichen. Besonders schlecht gemacht finde ich aber, dass man zwischen den verschiedenen Sichtweisen im Buch nicht unterscheiden kann. Egal, ob Clary, Simon, Jace, Alec oder Isabelle, bei jedem wird ausführlichst die Umgebung beschrieben, auf dieselbe Art und Weise und so etwas finde ich dann einfach nicht gut, weil das verdammt nochmal unterschiedliche Leute sind, aus deren Sicht man da liest und das sollte man doch merken!
Wovon ich ein bisschen enttäuscht war, sind die Beschreibungen von Idris und Alicante. Die Autorin hatte hier ziemlich freies Spiel, da sie sich den Ort ausgedacht hat, alles mögliche hier hätte machen können. Klar, ich erwarte nicht, dass in den Flüssen dort Honig fließt und Seraphklingen an den Bäumen wachsen, aber so, wie die Autorin die Landschaft von Idris beschreibt, mit Hügeln und Bergen und vielleicht mal einem Wald oder See, hört es sich an wie jedes andere Land auch. Das einzig Besondere sind vielleicht die Dämonentürme in Alicante, die den Schutzschild um die Stadt aufrecht erhalten, und dass es dort keinen Strom gibt. Ansonsten wirklich enttäuschend, vor allem, wenn die Charaktere in den vorherigen Teilen dauernd von Idris schwärmen und dann so etwas...Unspektakuläres. Die Lebensweise in Idris ist auch nicht sooo toll rübergekommen, aber zumindest besser als das Land an sich. Dass die Schattenjäger sich dort nicht verstecken müssen und dann noch die Politik, die dort herrscht, das war schon interessant zu wissen, da man vorher eigentlich keinen Plan davon hatte.
Das Schlimmste an dem Buch waren für mich auf jeden Fall Clary und Jace. Die beiden gehen mir echt tödlich auf den Nerv! Bei Jace ist das noch auszuhalten, er bekommt wenigstens nicht ganz so oft eine Sichtweise und kann mit seinen "coolen" Sprüchen angeben, unter denen sich eine ach so gequälte Seele verbirgt, aber Clary ist leider die Hauptperson der Reihe und bekommt hier dementsprechend den meisten Platz. Sie nervt mich wirklich mit ihrem "Ja, ich mach jetzt einfach, was ich will, weil ich klein und dumm bin" (nichts gegen kleine Leute, ich bin auch klein, aber bei Clary stresst das!) und dem "Heute bin ich total sauer auf dich, aber keine Sorge, morgen ist alles wieder Friede, Freude, Eierkuchen". Dazu kommt noch, dass Clary einzigartig ist, sie neue Runen erschaffen kann und ja sooo begabt ist. Kotz, würg! Wie kann man das nur immer so übertreiben? Hätte es nicht gereicht, dass Clary eine Schattenjägerin ist, wäre das nicht besonders genug? Nein, sie muss natürlich auch unter den Schattenjägern etwas total Besonderes sein... Aber das Problem kenn ich ja schon.

Mein Fazit


Alles in allem kann ich sagen, dass der dritte Teil von den bisherigen dreien mein Liebling ist. Vielleicht liegt das ja daran, dass Clary trotz ihrem überwiegendem Erzähl-Anteil doch weniger Sichtweisen hat, als vorher und dafür zum Beispiel Simon noch öfter vorkommt, den ich ja so ziemlich am liebsten von allen Charakteren habe. Oder an der Handlung, die nicht nur so vor sich hin dröppelt. Stattdessen kommt es hier zu Kämpfen und vor allem werden Geheimnisse gelüftet, die Hintergründe des Ganzen erkundet. Das finde ich wirklich gut gemacht. Auch hat man mal einen anderen Schauplatz, Idris, auch wenn das Land auf mich nicht so besonders wirkt, wie es vielleicht sein soll. Total toll fand ich das Buch jedoch auch nicht, Clares Schreibstil ist dafür einfach so gar nicht meins und auch ihre Hauptpersonen Clary und Jace sind mir einfach nicht sympathisch. Da fällt es schon um einiges schwerer, das Buch gerne zu mögen, wenn man die wichtigsten Leute darin nicht leiden kann. Aber so insgesamt ist das Buch gutes Mittelmaß, also 3 von 5 Sterne von mir.

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