Sonntag, 31. Juli 2016

Chroniken der Unterwelt - City of Fallen Angels

Klappentext


Simon Lewis muss sich noch daran gewöhnen, ein Vampir zu sein. Da wird ihm von Camille, der mächtigen Chefin des Vampirclans von Manhattan, ein attraktives Angebot gemacht. Weiß er, wie hoch der Preis dafür ist? Clary, seine beste Freundin, hat kaum noch Zeit für ihn. Sie ist zu beschäftigt mit ihrer Ausbildung zur Schattenjägerin und ihrer großen Liebe Jace. Doch dann geschehen finstere Dinge in New York. Ist der krieg, den Simon gewonnen glaubte, noch nicht vorbei?

Meine Meinung


Zur Buchgestaltung
Ich glaube, ich hab mich schon genügend zur meiner Meinung nach etwas langweiligen Buchgestaltung ausgelassen, da werd ich dieses Mal ein bisschen was Positives sagen. Bis jetzt hatte ich ja immer die Taschenbuchversion, doch bei Band 5 hab ich die Hardcover ausgeliehen. Die auf jeden Fall viel mehr her macht! Ja, vom Prinzip her ist es dasselbe - altertümliche Säulen, diesmal lila, im Hintergrund und ein Bild von New York, eine Brücke, wieder mit Raben, die umherflattern - , aber zum Einen ist die Schrift nicht komisch gelb, sondern golden glänzend, genauso wie die Umrandung des Spiegels, in dem Manhattan zu sehen ist. Und dann hat man hier auch noch den Fühl-Effekt, den ich ja bei Büchern liebe und wegen dem ich nie ein Freund von eBooks werden werde. Die Schrift ist nämlich erhaben und auch die Statuen unten am Bildrand kann man erfühlen, außerdem ist das Bild in der Mitte im Gegensatz zum Rest glatt. Das Ganze führt zwar nicht dazu, dass ich das Cover liebe, aber zumindest ist es besser als die bisherigen, wenn auch nur, weil es der Hardcover-Band ist :)

Zum Buch
Damals, als ich gerade mit Teil 3 der "Chroniken der Unterwelt"-Saga fertig geworden bin, dachte ich eigentlich, es wäre zu Ende. "City of Glass" wäre aber auch ein guter Abschluss gewesen, das Happy End für Clary und ihre Freunde war fast perfekt. Valentin, der bisherige Oberbösewicht, und sein verkorkster Sohn wurden besiegt, seine Dämonen sind geflohen. Das Drama um Clary und Jace hat sich endlich endlich gelöst, denn - wen wundert? - sie sind ja doch keine Geschwister und ihre Liebe ist doch nicht unendlich falsch, lönnen von nun an glücklich und zufrieden zusammen sein. Und auch sonst ist alles sehr Happy-End-mäßig ausgegangen: Luke hat Clary's Mutter Jocelyn endlich seine Liebe gestanden und die erwidert sie sogar, auf Simon stehen gleich zwei supertolle Mädels und Alec hat sich geoutet und damit zu Magnus bekannt. Hätte eigentlich echt Schluss sein können, oder?
Aber nein, ist es nicht. Und komischerweise finde ich das Buch auch besser als seine Vorgänger. Was vielleicht daran liegt, dass Simon, eine meiner Lieblingsfiguren, wenn nicht sogar die Lieblingsfigur, richtig viel Platz im Buch bekommt. Immer öfter wird aus seiner Sichtweise geschrieben, was ich ja um einiges interessanter und cooler finde als Clary, aber gut, ich mag fast jeden mehr als Clary. Jedenfalls hab ich mich echt immer gefreut, wenn Simon mal wieder zum Zuge kam, seine Probleme kamen mir auch viel interessanter vor als die von Clary. Was wahrscheinlich daran liegt, dass ihre Probleme dauernd mit Jace zu tun haben, anscheinend mit niemandem sonst zu tun haben können! Clary und Jace nerven mich ja sowieso gewaltig! Jetzt, da sie nun zusammen sein "dürfen", müssen sie dauernd kitschig miteinander rummachen und - noch schlimmer - Clary's Gedanken werden auch immer schmalziger, was ihren ach so geliebten Jace angeht. Liebe Frau Clare, ich hab ja nichts gegen Liebe und Romantik in Büchern und bin schon einiges gewohnt, aber sowas ist doch einfach zu übertrieben!
Was mir jetzt auch wieder in "City of Lost Souls" aufgefallen ist, sind die Beschreibungen. Und zwar nicht nur, dass sie lang sind, sondern auch, dass sie dauernd wiederholt werden. Ja, Jace hat blonde Haare, die - ja, das wissen wir auch schon! - golden schimmern, manchmal aber auch kupferfarben oder silbern, je nachdem, wie die Autorin gerade lustig ist. Und ja, Clary hat grüne Augen, die riesig sind. Riesige grüne Augen. Hatte ich schon erwähnt, dass Clary's grüne Augen riesig sind? Ja? Haben es jetzt auch wirklich alle mitbekommen, es scheint ja ganz wichtig zu sein, so oft, wie die Autorin es wiederholt... Boah, ich versteh's echt nicht, wie man es dermaßen übertreiben kann, dass die Autorin das alle paar Seiten reinklatschen muss!
Und dann wird das Buch auch ein klein bisschen widersprüchlich. Nicht im großen Sinne, dass es die Handlung unlogisch erscheinen lässt, aber so Kleinigkeiten, über die man halt den Kopf schütteln kann. Zum Beispiel wieder Clary. Sie tut ja dauernd auf "Ich bin zwar ein Mädchen, aber ein total cooles Mädchen, weil ich nicht gerne mädchenhafte Sachen anziehe, also keine Röcke, Kleider und so weiter". Und was passiert dann? Ach ja, genau, sie trägt einen Rock. Und ein Kleid. Das rosa ist. Rosa! Erstens ist rosa die wohl mädchenhafteste Farbe, die es gibt, und zweitens sollte man seinen rothaarigen Charakteren doch wirklich keine rosa Klamotten anziehen! Aber neeeeiiiiin, Clary ist natürlich kein Püppchen, will sie ja nicht sein, das sagt/ denkt sie im Buch ja sogar mal! Was ist noch ziemlich unlogisch...Na ja, da wäre noch die Tatsache, dass Luke der Besitzer eines kleinen (Betonung auf kleinen) Buchladen besitzt und Jocelyn Künstlerin ist, wovon sie auch nicht wirklich viel verdienen kann und trotzdem scheinen die beiden genügend Geld zu haben, um eine tolle Hochzeit zu schmeißen und davor noch für unzählige Anlässe schicke Kleidchen und Schühchen zu kaufen. Was mich widerspruchsmäßig aber am meisten umgehauen hat, war, dass die Autorin bei einem Charakter einfach mal die Haarfarbe gewechselt hat! Dass Jace' Haare je nach Licht unterschiedlich schimmern und leuchten, dürfe spätestens jetzt allen klar sein, aber so ist das das eine mal nicht. Am Anfang werden die Haare von Kyle, einer neuen Person in dem Buch, nämlich eindeutig als dunkle, schwarzbraune Locken beschrieben und später sind sie dann hellbraun? Hä? Da hat die liebe Autorin Clare eindeutig nicht aufgepasst., aber ich finde ja sowieso, dass sie sich eher mal auf die Handlung konzentrieren sollte als darauf, wie die Charaktere denn genau in diesem Moment im Detail aussehen.
Ansonsten finde ich Band 4 der Reihe doch ziemlich spannender. Es gibt mehr als nur ein Problem, dem sich die Hauptpersonen stellen müssen, was es noch ein Stück interessanter macht, vor allem, wenn man langsam erfährt, wie eigentlich alles zusammenhängt. Plus die Charaktere, die neu auftauchen. Eben Kyle, der neue Sänger in Simons Band, und Camille, eine alte Vampirin und einst Anführerin des Vampirclans von Manhattan. Zwar nehmen die Liebesgeschichten seeehr viel Platz in dem Teil ein, aber zumindest nicht mehr nur Clary's Liebesdrama, so ist es dann wenigstens nicht ganz uninteressant. 

Mein Fazit


 "City of Fallen Angels" ist bis jetzt meiner Meinung nach eindeutig der interessanteste Band der Chroniken. Was ganz bestimmt an Simon und dessen wachsender Rolle liegt, denn Clary (plus Jace) nervt mich wie eh und je. Mir sind hier aber auch ein paar kleine Widersprüche aufgefallen, alles nichts Dramatisches, doch es sollte einfach nicht passieren, dass eine Person plötzlich eine andere Haarfarbe hat! Ich finde sowieso, dass die Autorin viel zu viel Zeit darauf verwendet, die Personen zu beschreiben, sich ein ums andere Mal wiederholt und das Buch so einfach teilweise nervt. Ich brauch nicht tausendmal die Beschreibung von Jace' Haaren und ich glaube auch nicht, dass jemand anderes das braucht! Ob das Teenies gefällt, ist vielleicht eine andere Sache, es muss wahrscheinlich die richtige Art von Teenie sein, denn mir haben die Beschreibungen schon vor ein paar Jahren nicht so toll gefallen. Aber ich denke mal es hängt alles davon ab, ob man Clary und auch Jace sympathisch findet. Bei mir ja ganz und gar nicht der Fall, aber na ja, der ein oder andere... Jedenfalls gibt's von mir für das "beste" Buch der Reihe 3 von 5 Sternen.

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