Dienstag, 4. April 2017

"Hemlock Grove" Staffel 1

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Ein Todesfall geschieht in dem kleinen Städtchen Hemlock Grove. Eine 17-Jährige wird brutal ermordet gefunden, die Polizei vermutet einen Tierangriff, man ist sich jedoch nicht sicher. Die Suche nach dem Schuldigen beginnt. Inmitten der Geschehnisse und bald auch inmitten der Anschuldigungen stehen Roman Godfrey, der junge Erbe des riesigen Forschungsinstituts der Stadt, und Peter Rumancek, ein Roma, der erst vor Kurzem mit seiner Mutter in die Stadt gezogen ist. Um dem Verdacht zu entgehen, schließen die beiden sich zusammen und suchen selbst nach dem Täter.
"Hemlock Grove" gehört schon seit Längerem zu den Serien, die ich mir fest vorgenommen habe zu schauen, und nachdem ich eine kleine Serienflaute hatte, dachte ich mir, dass dieser Mix aus Fantasy, Mystery und Horror sie vielleicht beenden könnte. Der Trailer sah auf jeden Fall vielversprechend aus und so sah ich mir die ersten Folgen an - und war von Anfang an begeistert. "Hemlock Grove" hat mich total gepackt und das, obwohl die Serie nicht unbedingt mit der größten Action aufwartet. Viel eher ist es wie ein düsteres Puzzle, das gelöst werden will. Was hat es mit dem Mord auf sich? Was ist mit Peter und Roman los? Was ist überhaupt mit der ganzen Stadt los?
Wirklich überzeugen konnte mich aber vor allem der Cast. Famke Janssen als Olivia Godfrey ist noch ziemlich bekannt, sie hat in X-Men mitgespielt, aber die beiden Protagonisten werden von zwei viel unbekannteren Darstellern gespielt, Bill Skarsgard (und ja, er ist der Sohn von Stellan und der Brude von Alexander Skarsgard) und Landon Liboiron verkörpern Roman und Peter, das Duo Infernale, das die Serie so einzigartig macht.
Die Charaktere finde ich wirklich unglaublich, eben allen voran Roman und Peter. Peter Rumancek ist dabei wohl "der Gute". Er ist der Neue in der Stadt, noch dazu ein Zigeuner, von dem wegen eines Gerüchts jeder denkt, dass er ein Werwolf ist - was vielleicht nicht ml so falsch ist, aber das sollte vor allem angesichts der Morde niemand wissen. Eine riesige Wolke Misstrauen entsteht um ihn herum, dabei ist er eigentlich freundlich und humorvoll und wenn man mal bedenkt, was er schon alles durchmachen musste ist er auch noch mutig.
Roman Godfrey hingegen ist eher "der Böse". Er ist reich und dadurch ziemlich verwöhnt, daran gewöhnt, immer das zu bekommen, was er möchte, was ihn oft wie einen Arsch wirken lässt. Manchmal kommt er durch das, was er tut, regelrecht psychopathisch rüber! Gleichzeitig hat er aber auch seine netten Seiten, vor allem seiner Schwester gegenüber, und kämpft gegen seine dunkle Seite an (und ja, das hört sich sehr dramatisch an^^). Auch Roman scheint nicht ganz das zu sein, was man im Allgemeinen als "normalen" Menschen bezeichnet.
Beide sind mir im Laufe der Serie obwohl so unterschiedlich total ans Herz gewachsen. Die etwas unwichtigeren Charaktere hatten es bei mir nicht ganz so einfach, auch wenn sie alle sehr interessant sind. Ob es nun Romans Mutter Olivia ist, seine Schwester Shelley, sein Onkel Norman, seine Cousine Letha, Peters Mutter Linda, seine Cousine Destiny, Christina, Dr. Chasseur oder Dr. Price - sie alle sind richtig spannende Figuren, oft nicht leicht zu durchschauen und die Grenzen von Gut und Böse verschwimmen hier zusehends.
Die Story an sich ist wie schon gesagt nicht besonders actiongeladen, wer darauf aus ist, ist bei "Hemlock Grove" eher bei der falschen Adresse. Nein, der Ansatz ist ein ganz anderer, die Handlung lebt von den Charakteren und ihren düsteren Geheimnissen, die aufgedeckt werden sollen. Das hat mich Folge um Folge anschauen lassen. Die Herangehensweise finde ich richtig interessant. Die Mythologien, um die es hier unter anderem geht, gehören auch nicht zum Einheitsbrei der Twilight-Fabrik. Nein, die Serie ist eher düster, schaurig, manchmal auch echt ekelhaft. Wer sich die Verwandlungsszene anschaut, wird mir da nur zustimmen können. Der FSK 16 ist hier auf jeden Fall gerechtfertigt, nicht gerade wenig sieht man Gedärme und Blut. Ach ja und die Figuren sind dauernd mit Zigaretten oder Alkohol anzutreffen. Also die Zielgruppe sind eindeutig keine kleinen Mädchen^^
Mir hat die Staffel auf jeden Fall unheimlich gut gefallen. Die Serie war genau so, wie ich sie gerade gebraucht habe: düster und atmosphärisch, mit vielschichtigen Charakteren, ziemlich unvorhersehbaren Plot-Twists und einem Ende, das dich fragen lässt "Und wie geht es weiter?".

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