Samstag, 23. Juni 2018

"Stranger Things" Staffel 1



Wie bin ich die letzten Jahre nur an dieser Serie vorbeigekommen? Noch vor dem Release habe ich die Vorschau von "Stranger Things" gesehen und seitdem wurde mir sowohl aus meinem Freundeskreis als auch aus meiner Familie davon vorgeschwärmt. Auch auf YouTube habe ich Videos angeschaut, in denen die Serie nur gelobt wurde. Und trotzdem hat es bis jetzt gedauert, bis mein Bruder sich die Serie angesehen hat und meinte, sie wäre die beste, die er bisher kennt. Da wurde mir klar, dass ich sie mir unweigerlich nun doch auch ansehen muss.
Mir war anfangs noch nicht so wirklich klar, was ich von der Serie eigentlich zu erwarten habe. Eine der ersten Dinge, die ich von "Stranger Things" wusste, war, dass es stark an Werke von Stephen King erinnert (dazu dann noch mehr). Ich würde sagen, es ist eine Mischung aus Science Fiction / Fantasy und Mystery mit einer Prise Horror. Die Serie spielt in den 80er-Jahren in einem kleinen Städtchen in den USA. Die Geschichte dreht sich vor allem um eine Freundesclique, Mike, Dustin, Lucas und Will. Die Vier sind nicht gerade das, was man cool nennt und große Fans von Dungeons & Dragons, will heißen, sie sind ziemliche Nerds. Als Will auf mysteriöse Weise verschwindet, nehmen Mike, Dustin und Lucas die Suche nach ihm selbst in die Hand, wollen herausfinden, was mit ihm passiert ist, da sie glauben, dass da mehr dahintersteckt.
Mich hat das Ganze sehr an "Es" erinnert. Die junge Freundesclique, in "Es" sind es die "Verlierer", hier nehmen sie auch eine Außenseiterrolle ein. Das mysteriöse Verschwinden eines Kindes und die seltsamen Ereignisse, die darauf folgen. Das Monster, gegen das sie kämpfen. Und auch die Genre-Mixtur. Gut, in "Es" liegt der Fokus eindeutig mehr auf Horror, hier bei "Stranger Things" ist der Gruselfaktor wirklich noch aushaltbar. In dem Sinne, dass ich als jemand, der Horrorfilme zwar gerne mal schaut, aber bitte mit jemandem zusammen, die Staffel auch gut alleine anschauen konnte, ohne in große Paranoia zu verfallen. Doch ansonsten finde ich die Ähnlichkeiten schon auffällig, aber auch sehr cool, der neue "Es"-Film hat mich ja sehr überzeugen können.
Am Anfang habe ich meinen Bruder mit seiner Schwärmerei ja noch nicht ganz so gut verstanden. Die ersten ein, zwei der gerade einmal acht Folgen sind noch nicht allzu spannend. Interessant ja, mit einer guten Idee, aber die Serie brauchte bei mir einfach ein bisschen, um richtig anzukommen, erst mit der Zeit (aber zum Glück doch ziemlich bald) nimmt sie an Fahrt auf, entfaltet den wirklich tollen Plot. Und ab da wurde es für mich dann auch immer schwerer, mich abzuwenden, nicht alles auf einmal durchzusuchten.
Aber nicht nur die Geschichte ist spannend, ich mochte auch das gesamte Setting, die Aufmachung unheimlich gerne. Das Feeling der 80er-Jahre mit seinen Autos und der Musik kam echt gut an. Und manche Szenen haben sich richtig in mein Hirn gebrannt, so unglaublich cool waren die gemacht.
Die Charaktere waren ebenfalls unheimlich interessant. Schon allein dass so viele noch sehr junge Schauspieler im Cast sind und eine wichtige Rolle verkörpern, finde ich bewundernswert und das macht die Geschichte auch viel authentischer als viel zu alte Schauspieler für viel zu alte Rollen. Auch die Figuren an sich haben mir gefallen. Mir kam es ja generell so vor, als hätten sie in der Serie alle einen Schlag. Die Kinder wirken da mit ihrer Nerdigkeit fast noch am normalsten und auch Mikes Schwester Nancy ist nicht ganz so abgedreht. Die Erwachsenen hingegen waren manchmal schon mehr als seltsam, ob das nun die Lehrer sind, Chief Hopper oder Wills Mom. Den Vogel abgeschossen haben meiner Meinung aber dennoch Mikes Eltern^^ Genau diese Verschrobenheit der Charaktere ist aber auch so cool. Gut, manche sind schon seeehr seltsam, aber der Großteil ist auf eine echt interessante Art seltsam.
Das Staffelfinale hatte dann einen wie ich finde sehr gelungenen Abschluss. Die Story ist nicht zu offen geblieben, aber es passieren ein paar Dinge, von denen man sehr gerne wissen möchte, wie die jetzt weitergehen. Dementsprechend bin ich gespannt auf Staffel 2, die ich auch bald anfangen werde, aber ich finde es gut, dass die Staffel nicht mit einem fetten Cliffhanger endet.
Als beste Serie, die ich jemals gesehen habe würde ich "Stranger Things" zwar nicht bezeichnen, aber ich muss schon sagen, sie ist mal etwas Neues und sehr cool. Für Fans von Mystery und SciFi beziehungsweise Fantasy, die auch nichts gegen ein bisschen Grusel zwischendurch haben, klar empfehlenswert!

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