Samstag, 9. Juli 2016

"Smaragdgrün" im Kino

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Ich bin enttäuscht. Das muss ich ganz ehrlich sagen. Nachdem ich "Rubinrot" nicht wirklich toll fand, aber auch nicht schlecht, dann jedoch "Saphirblau" überraschend gut war, bin ich nun von "Smaragdgrün", dem dritten Teil der Edelstein-Trilogie echt enttäuscht. Ich hatte wirklich besseres erwartet...
Na ja, komme ich doch erstmal zum Guten des Films, was nicht wirklich viel ist. Einmal ist da der Cast, der ziemlich gut passt. So schlimm der Rest teilweise auch ist, die Schauspieler passen gut in ihre Rollen, bringen das gut rüber. Was ich noch sehr mag, ist Gwens Humor. Sie, als Neuling in der Zeitreise-Branche, steht sowieso allem eher skeptisch gegenüber, macht sich über so ziemlich alles lustig, was der Geheimloge ach so heilig ist. So hat der Film doch ein bisschen echten Witz auf die Leinwand gebracht.
Was ich schlecht fand? Alles andere! Also wirklich, wirklich viel...

Es fängt schon mit Gwens unheimlichen Augen an. Maria Ehrich trägt da ziemlich krasse Kontaktlinsen, denn so sehen keine normalen Augen aus, echt jetzt! So ultrablau, okay, das kann ja noch sein, aber die Pupillen sind perfekte Kreise, die sich scharf von der Iris abtrennen und das ist dann einfach unnatürlich.
Zweitens wurde mit dem Product Placement im Film einfach übertrieben. Kann ja nicht sein, dass mitten im Film der Audi r8 so dargestellt wird, dass es wie eine von diesen Werbungen aussieht! Ihr wisst schon, welche ich meine...Die, in denen die Autos ausgestorbene, kurvige Strecken durchfahren, damit man sieht, wie toll sie doch sind. Das war mir echt zu viel, vor allem, weil dazu dann immer diese Musik kam, die total an James Bond erinnert. Dort hätte das Auto auch eindeutig besser hingepasst! Ich hab den Audi ja schon im Trailer kurz gesehen, aber dass er so übertrieben in Szene gesetzt wird, hätte ich echt nicht gedacht.
Dann ist da noch Gwens Familie und deren Auftritte im Film, beziehungsweise, dass sie eben nicht vorkommen. Was ist da bitte los? Ist Veronica Ferres zu teuer für den Film geworden oder ist Gwens Mutter einfach nicht mehr wichtig, sodass man sie einfach komplett aus dem Film rauslassen kann? Und was ist mit Gwens Bruder, ihrer Schwester (die sowieso nur mal am Rande erwähnt wurde und nie aufgetaucht ist), ihrer Großmutter, ihrer Tante? Genauso fehlt mir zum Beispiel Dr. White, der Arzt der Loge. Bei Mr. George und der sekretärin hatten sie wenigstens noch eine Ausrede, aber die anderen Charakteren verschwinden und waren seit dem Ende von "Saphirblau" nicht mehr gesehen.
Oh oh oh, ihr denkt, das war es schon? Weit gefehlt! Es geht noch weiter und das hier waren ja erst Kleinigkeiten. Die Auflösung, wie der Graf noch in der Gegenwart alles kontrollieren kann, war mir viel zu vorhersehbar und auch zu früh gelöst. Im Buch hat man dadurch einen richtigen Überraschungsmoment und hier ist es so, dass man es sich eigentlich die ganze Zeit über hätte denken können... Außerdem gibt es einen Punkt im Film, ab dem Leslie, Gwens bis dato beste Freundin, einfach nicht mehr auftaucht. Im einen Moment war sie dauernd da und dann - puff! - wurde sie degradiert und stattdessen macht Gwen mit Charlotte auf best friend! Vorher können sich die beiden auf den Tod nicht ausstehen und plötzlich fallen sie sich gegenseitig um den hals? Bin ich etwa die Einzige, die das komplett seltsam findet?
Es wurde sowieso seehr viel aus den Büchern abgeändert. Ach, was sag ich da, das Buch wurde quasi auseinender genommen, das meiste weggeworfen, irgendein Quatsch dazuerfunden und das ist dann der fertige Film. Ein bisschen etwas erkennt man aus der Vorlage, die dafür sorgt, dass der Film "Smaragdgrün" heißt, aber das sind kleine Kleinigkeiten, 90% des Filmes ist einfach nicht mehr als Verfilmung dieses Buches wiederzuerkennen! Da kommt alles durcheinander. Die Leute gammeln wochenlang in ihren Zellen, ohne sich irgendwie zu verändern, Zeitreisen werden so gemacht, wie man lustig ist und auf einmal gibt es einen Bankencrash, der auch noch total überspitzt dargestellt wird. Dazu kommt die Action, die dort eigentlich nichts zu suchen hat. Und dabei habe ich nichts gegen Action, ganz im gegenteil, sie macht einen Film spannend. Beziehungsweise, kann einen Film spannend machen. So, wie sie hier eingesetzt wurde, hat es eher dazu geführt, dass meine Hand auf der Stirn landete. Gwen, die ausgebildet wird in Kampfsporten und natürlich auch noch ein Naturtalent ist, das alle windelweich haut? Das macht einfach keinen Sinn, passt nicht rein in die Geschichte! Ganz ehrlich, sie muss nicht rumrennen in ihrem engen Lederdress wie Catwoman oder Black Widow, das macht das Ganze doch nur noch lächerlicher! Das dann noch durchmixt mit Kitschszenen, in denen man sich gegenseitig seine Liebe gesteht, am besten in den klischeehaftesten Sätzen und das Drama ist komplett. Ach, nein, es fehlt ja noch was! Gwen ist noch nicht stark und besonders genug, noch nicht Heldin genug. Um sie noch besser zu machen, ziehen wir noch ein paar Superkräfte an den Haaren herbei, merkt bestimmt keiner, was für einen Quatsch wir da eigentlich machen.
Ich muss mich ganz ehrlich fragen, ob die Drehbuchautoren und Regisseure und wer sonst noch da mit rumgepfuscht hat, ob irgendwer von der ganzen Bande das Buch gelesen hat oder ob sie sich das über Ecken haben erzählen lassen, was so ungefähr passiert und dann ihre eigene Geschichte gebastelt haben. Mir kommt es vor wie letzteres. So eine schlimme Buchverfilmung hab ich schon lange nicht mehr gesehen, es kommt nah an "Eragon" dran und das war ja schon eine Katastrophe, wenn man es als Buchverfilmung angesehen hat. Als Film an sich machte es ja eine ganz gute Figur. Bei "Smaragdgrün" definitiv nicht so! Es ist alles so wirr und aus der Luft gegriffen, ich weiß nicht, wer da noch durchblicken soll! Das war definitiv das erste und das letzte Mal, dass ich mir "Smaragdgrün" angetan habe!

Kommentare:

  1. Ich gebe dir in allen Punkten Recht, der Film war die reinste Katastrophe. Ich war so gespannt auf den letzten Film der Reihe und wurde dann so maßlos enttäuscht. =(

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    1. Ja, da hat sich das Geld fürs Kino nicht gelohnt...

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  2. Ich weiß ja das alle den Film hassen.Aber mal im ernst nur weil er nicht so wie das Buch ist? Ich finde die Story besser als das Buch und die Filme alle gelungen. Einige Dinge wirken vielleicht etwas kitschig aber das ist in den Büchern auch so.Außerdem finde ich es gut das Gwen ein bisschen Superheldenmäßig dargestellt wird da sie vorher ehr immer die Verängstigte spielen musste ;-) Ich finde dass der letzte Teil sogar der beste der Reihe ist. Ein spannendes Finale welches die athmosphäre der Bücher in einer anderen Story wiedergibt und das vor allem mit tollen Charakteren <3
    Mal ehrlich Leute der Film wurde in Deutschland gedreht und ist nicht wirklich von einem großen Filmstudio gedreht worden. Für die ersten Deutschen Fantasiefilme dieser Art echt super :-D

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    1. Ich finde nur, dass man bei einer Buchverfilmung immer darauf gefasst sein sollte, dass Film und Buch miteinander verglichen werden und hier hat wirklich kaum was zueinander gepasst. Das ist ja aber nicht das Einzige, was mich gestört hat, oft ist der Film von seiner Buchvorlage losgelöst betrachtet ja total gut oder gerade weil er sich nicht an jedes Detail des Buches hält so gut. War hier meiner Meinung nach nicht der Fall, ich kann da nur sagen, dass der Audi für mich der Overkill war, deutsche Produktion eines eher kleineren Filmstudios hin oder her...
      Bei der Charakteren kann ich dir aber zustimmen, die Darsteller sind wirklich super gewählt :)

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  3. Du hast absolut recht. Und wie jemand ernsthaft finden kann, dass diese Handlung besser ist, entzieht sich mir auch völlig. So oder so ist dieser Film ein Armutszeugnis, auch wenn man ihn unabhängig vom Buch sieht. Dieser Schluss ist einfach zu sehr an den Haaren herbeigezogen

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  4. Ich hab den Film gesehen, ohne die Bücher zu kennen. Und ich muss echt sagen, dass ich wirklich maßlos enttäuscht war vom 3. Teil. Rubinrot und Saphirblau waren echt gut, aber wie schon in diesem Beitrag beschrieben, wirkt der Film ab einer gewissen Stelle albern und übertrieben.

    Das mit dem plötzlichen Bankencrash hab ich überhaupt nicht verstanden, auch dass die Figuren (BFF und Mama) kaum bis gar nicht mehr auftauchen und der Anfang, wo Gwen dem "Schulgeist" die Spritze verpasst war irgendwie völlig aus dem Zusammenhang gerissen. Wie kam sie plötzlich dahin? Warum hat sie das getan? Fragen über Fragen... Und das Ende fand ich insgesamt halt total übertrieben. Erstmal das Auto.. Dann ist Charlotte auf einmal total verändert. Gwens magische Kräfte treiben es dann aber echt auf die Spitze und auch ihr Outfit. Und wie gesagt, ich kenne die Bücher gar nicht. Habe mir vorhin nur mal eine Inhaltsangabe dazu durchgelesen und mir dann gedacht, ok vielleicht sollte ich lieber die Bücher lesen, damit das Ende der Geschichte mir besser gefällt und nicht so völlig albern und überzogen ist.

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    1. Gut zu wissen, dass auch Nicht-Buchleser so enttäuscht sind^^
      Dann kann ich dir auch nur raten: les die Bücher, sie sind allemal besser als die Filme! Auch wenn du dich im Nachhinein wahrscheinlich fragen wirst, warum sie so viel in den Verfilmungen geändert haben...
      Liebe Grüße
      Nadine

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  5. Diese Buchverfilmung ist so ziemlich das schlechteste was ich mir an Verfilmungen in der letzten Zeit geben musste! Das man seine Ansprüche immer ein bisschen zurückschrauben muss und entäuscht ist, wenn man einen Film anschaut der auf einem geliebten Roman etc. basiert ist ja schon quasi vorprogrammiert. Allerdings übertrifft Smaragdgrün alle meine schlimmsten Erwartungen. Der Film ist übertrieben, verwirrend und aufgesetzt :D ich bin froh diesen Scheiß nicht im Kino gesehen zu haben. ^^ Da lese ich lieber die Bücher nochmal :)

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    1. Ich gebe dir definitiv Recht, eine schlechtere Buchverfilmung habe ich auch noch nicht gesehen.

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