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Totenfang

Klappentext


Seit über einem Monat ist der 31-jährige Leo Villiers spurlos verschwunden. Als an einer Flussmündung zwischen Seetang und Sclamm eine stark verweste Männerleiche gefunden wird, bis zur Unkenntlichkeit verunstaltet von Krabben und Meeresinsekten, geht die Polizei davon aus, Leo gefunden zu haben. Der Spross der einflussreichsten Familie der Gegend soll eine Affäre mit einer verheirateten Frau gehabt haben, die ebenfalls als vermisst gilt; Leo steht im Verdacht, Emma Darby und schließlich sich selbst umgebracht zu haben. Doch David Hunter kommen Zweifel an der Identität des Toten. Denn tags darauf treibt ein einzelner Fuß im Wasser, und der gehört definitiv zu einer anderen Leiche.
Für die Zeit seines Aufenthalts kommt David Hunter in einem abgeschiedenen Bootshaus unter. Es gehört Andrew Trask, dessen Familie ihm mit unverhohlener Feindseligkeit begegnet. Aber sie scheinen nicht die einzigen im Ort zu sein, die etwas zu verbergen haben. Und noch ehe der forensische Anthropologe das Rätsel um den unbekannten Toten lösen kann, fordert die erbarmungslose Wasserlandschaft erneut ihren Tribut...

Meine Meinung


Zur Buchgestaltung
Das Cover ist mal wieder sehr minimalistisch gehalten: Größtenteils ist es weiß, nur die Schrift und die Umrisse eines Kreuzes stechen schwarz hervor. Allein schon deswegen sticht "Totenfang" zwischen anderen Büchern heraus, die immer dramatischer aussehen. Ich bin zwar ein Fan von eher bunteren Covern, aber die Idee hinter dieser Gestaltung finde ich auch ganz gut und es passt auf jeden Fall zum düsteren Inhalt :)

Zum Buch 
Ein neuer Fall für David Hunter, damit hätte ich ehrlich gesagt nicht wirklich gerechnet, nachdem ich Band 4 der Reihe gelesen hatte. Die Lücke zwischen 4 und 5 ist ja auch ziemlich groß... Aber Simon Beckett hat seine Leser überrascht und ist zurück mit einem neuen Fall.
Der Schreibstil ist wirklich gut und fängt vor allem die Atmosphäre der Backwaters perfekt ein. Na gut, vielleicht liegt das auch ein bisschen daran, dass auch hier nicht gerade das beste Wetter herrscht, aber trotzdem hab ich mir die ganze Landschaft richtig gut vorstellen können und die Stimmung kam bei mir an.
David Hunter war mir auch von Anfang an wieder sympathisch. Es ist ja jetzt auch schon wieder ein, zwei Jahre her, seit ich den letzten Teil der Reihe gelesen habe, aber ich hab mich nach ein paar Seiten wieder reingefunden und wusste, was David bis zu dem Zeitpunkt alles passiert ist. Er hat auch irgendwie so einen Charakter, der gar nicht unsympathisch sein kann :D Und dann noch die anderen Personen... In "Totenfang" gibt es wirklich einen Haufen interessanter Charaktere und das fängt bei DI Lundy an und hört bei Andrew Trasks Sohn Jamie auf. So ziemlich jeder Charakter ist richtig gut beschrieben, hat oft geheime Beweggründe, die man nach und nach erfahren kann. Besonders interessant fand ich ja Edgar, der verwahrloste Mann, der dauernd mitten auf der Straße herumläuft und damit den ein oder anderen Autofahrer aufregt^^ Genauso interessant war Rachel, die am Anfang mal einen ganz anderen Eindruck macht als am Ende.
Am coolsten war es ja, herauszufinden, wer welche Geheimnisse verbirgt und welche Geschichte hinter den Leichen steckt, die im Buch gefunden werden. Bei Simon Becketts Büchern tappt man wirklich bis zum Schluss im Dunkeln, wer das Verbrechen begangen hat, und das war hier nicht anders. Hatte man am Anfang eine Vermutung, wurde die bald wiederlegt und eigentlich alle Vermutungen, die die Personen im Buch haben, sind sicher falsch. Am Ende wird man immer wieder durch die wahre Geschichte geschockt und sieht doch auch die kleinen Hinweise, die während des Lesens gegeben wurden. Einfach genial! Am Ende des Buches wurden dann auch alle offenen Fragen beantwortet und es gab eine kleine Überraschung. Im Gegensatz zu den Schockern am Ende der Vorgänger der Reihe fand ich diese Überraschung dann aber nicht ganz sooo überraschend, fast ein kleines bisschen vorhersehbar, aber trotzdem gut, wie Beckett seine Bücher immer wieder offen enden lässt.
So ziemlich das Einzige, an was ich zu meckern habe ist, dass der Thriller seine Zeit braucht, um richtig spannend zu werden. Etwa das erste Viertel des Buches hat sich für mich gezogen, weil einfach noch nicht viel passiert. Klar, die Leiche wird geborgen und dann ist da noch ein einzelner Fuß, aber das ist es eben grob gesagt schon auf hundert Seiten und dadurch, dass David zu dem Zeitpunkt noch nicht so wirklich am Fall mitarbeitet, erfährt man nicht sehr viel. Später wird es dafür zwar richtig spannend, sodass ich immer weiterlesen wollte, aber bis dorthin muss man eben erstmal lesen.

Mein Fazit


Es ist vielleicht nicht der beste Teil aus der David-Hunter-Reihe von Simon Beckett, aber Hunter ist zurück und es war trotzdem spannend. Gut, nicht gaaanz so spannend wie seine Vorgänger und mit nicht ganz so krassen Schockern, aber nichtsdestotrotz spannend und auf jeden Fall lesenswert! Der Schreibstil bringt die Stimmung toll rüber, es gibt viele interessante Charaktere und es ist ein tolles Ratespiel, wer der Täter ist, das man eigentlich eh nicht gewinnen kann, man tappt einfach im Dunkeln... Von mir bekommt "Totenfang" 4 von 5 Sternen :)

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